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Wocxhe 31: 14.3-20.3

Viech der Woche: Mantarochen oder Hai? Gut der der Mantarochen war mehr als beeindruckend (mit einer Spannweite von ca. 6-7 Metern), aber ein Hai bleibt eben ein Hai. Und ich war ihm so nah wie nie zuvor und zwar ein freier Wildbahn. Mein letztes Abenteur in Australien war naemlich ein Discovery Dive. 2 Tauchgaenge, 12 Meter tief, a 30 Minuten. Und da der zweite zu einer Shark Cleaning Station ging, war es nicht nur pures, sondern nur etwas Glueck, dass ich 3-4 Hai vor mir her und auf mich zu schwimmen sah. Und obwohl sie haargenau aussahen wie die im Fernsehen, kann ich ohne anbgeben zu wollen sagen, dass ich irgendwie nicht mal Angst hatte. Vielleicht weil mein Tauchlehrer direkt neben mir auf dem Meeresgrund sass, vielleicht weil ich zu fasziniert war. Ich muss jedenfalls auch ohne Haisichtung sagen, dass ich voellig angefixt vom Tauchen bin. Es ist wie fliegen in einer eigenen, voellih fremden und neuen Welt. Man fliegt umher, ist schwerelos und gluecklich. Das einzig Bloede am Tauchen ist finde ich, dass man dabei so schlecht grinsen kann. Dabei fuehlt man sich die ganze Zeit danach. Vielleicht kann man das aber auch lernen. Das Tauchen werde ich jedenfalls, ob mit oder ohne des Grinsens dazu, definitiv lernen.

Investition der Woche: Wenn man ehrlich ist, war es ja der Tauchgang. 250 Dollar, inclusive Lunch und Snacks und schnorcheln mit den Manatrochen. Aber wir wollen mal nicht zu euphorisch werden uber das Tauchen und nehmen wohl das Benzin als die Investion der Woche. Auch wenn wir, wie schon erwaehnt. immer nur bei auserlesenen Tankstellen tankten, gingen die 3500 km die wir in 8 Tagen fuehren schon ganz schoen auf den Geldbeutel. Nichts im Vergleich jedoch was sowas in Deutschland kosten wuerde. Hier kostet ein Lieter Benzin naemlich wenn man gut und lange sucht 1.3 $, sprich 65 Cent. Aber so ein Einfamilienhaus und ein voller Kuehlschrank ziehen eben auch ein bisschen was an Sprit. Trotzdem war es jeder Kilometer wert den wir gefahren sind, auch wenn es streckenweise wirklich sehr lange, rot-staubige Abschnitte waren, wie mehr als einsam waren.

Beobachtung der Woche: Es ist schon traurig, dass man jetzt alles ein letztes Mal macht. Das letzte Mal Skinny Dippin (Nackt Baden) im Mondlicht, dasletzte Mal am Strand schlafen, das letzte Mal im Meer schwimmen und sonnen, das letzte Fruehstueck am Strand, der letzte Blogeintrag etc. ber es fuehlt sich nicht an wie nach einem Urlaub, wo man diese gewisse Traurigkeit bei all dem verspuert. Ich merke jetzt doch, dass es zwar das Paradies war 7 Monate zu leben wo andee Urlaub machen, denke mir aber auf der anderen Seite wenn ich heute ABend im Restaurant sitze und die Bedienungen beobachte, dass ich mich auf einen anspruchsvollen Job freue, auf Tage an denen ich Abends ins Bett gehen kann und stolz auf das bin, was ich am Tag gemacht habe. Ich habe nie die Zeit vertroedelt, dennoch muss man auch wenn ich auch viel gearbeitet habe, schon gestehen dass es 7 Monate des Gammelns waren. Jetzt freue ich mich auf zuhause und habe endlich das Gefuehl bereit dafuer zu sein, nach Hause zu fahren. Ich weiss aber auch, ich werde mich noch oft nach der Zeit hier sehnen, aber dass ist immer so, wenn man eine Zeit so sehr genossen hat.

Ort der Woche: Eindeutig der Meeresboden von Coral Bay. Ein Paradies, dass es hier "oben" so nicht zu finden gibt. Und ich denke es gibt noch viele Stellen auf der Welt, die noch atemberaubender sind als diese. Jetzt haben sich die Orte die ich noch alle entdecken will wohl mal eben verdoppelt.

Erfahrung der Woche: Man stelle sich 47 Grad vor. Die Klimaanlage unbrauchbar, den riesigen van zu kuehlen, der Wind der durch die Fenster weht so heiss, dass er schweisstreibend ist. 5 Stunden Autofahrt auf dem Buckel, der Koerper so traege, dass er nur noch schlapp im Sicherheitsgurt haengt, die Augen zu schwach um die eintoenige Landschaft an sich vorbeirauschen sehen zu wollen. Und dann ein komisches Geraeusch und die entfernte Stimme meiner Schwester die etwas von einem geplatzten Reifen faselt. Man braucht 5 Sekunden um das zu realisieren, weitere 10 um es zu glauben. Wiederwillig rollt man sich von dem Sitz und verbrennt sich die nackten Fuesse auf dem brodelnden Asphalt. Sofort die 1000 Fliegen in Ohren, Nase, Mund und ueberall auf der nackte Haut. Wie in Trance halet man einen Wagen an, er kann einem nicht helfen, also winkt man einem Zweiten. Ein netter, aelterer Herr wechselt den Reifen. Irgendwie dauert es gar nicht so lange, irgendwie ist es unertraeglich heiss und die Fliegen nerven einen. Aber man denkt nicht darueber nach sondern ertraegt einfach. Wuerde man einen klaren Gedanken fassen, man wuerde auf der Stelle verrueckt. Nach circa 20 Minuten ist man wieder unterwegs. 47 Grad, der heisse Wind, kaummehr fliegen im Gesicht. die rote Erde rauscht wieder an einem vorbei und man weiss nur dass es keine Gefuehlsfatamorgana war, weil der zerfetzte Reifen hinten im Kofferraum liegt. Aber alles nicht so schlimm irgendwie, nur eine Erfahrung eben.

Rest der Woche: Vom Nambung National Park ging es also ueber Denham, nach Monkey Mia, einer verlogenen Touristenattraktion die verspircht mit Delfinen zu schwimmen, in Wirklichkeit aber per Zufall auserwaehlten Personen einen Fisch zum Fuettern in die Hand drueckt. Emttaeuscht und unvollrichteter Dinge zogen wir also nach nur kurzem Aufenthalt am Strand weiter noerdlich gen Carnavon und unserem noerdlichstem Punkt Coral Bay. Dann ging es auch schon in zwei sehr fahrbetonten tagen zurueck nach Perth, wo bei Souvenirshopping und Wasserpark die letzten beiden Tage in Australien genossen werden. Zum Glueck geht es noch 3 Tage nach Singapur. Da faellt das Abschiednehmen (erstmal!) nicht so schwer. Australien ist ja schon irgendwie so ein bisschen meins geworden in der ganzen Zeit. Ich werde es vermissen und noch oft dran denken und von erzaehlen. Ich haette nie gedacht, dass die Zeit so perfekt und toll wird wie sie im Endeffekt war. Das waren die guten alten Zeiten, von denen ich noch lange reden werde. Macht euch auf was gefasst!

18.3.09 14:25


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Woche 30: 8.3-13.3.09

Vorwort der Woche: Der absolute Hoehepunkt und auch absolut aergerlich. Ja ich weiss der erste Satz ist ausschlaggebend und ich sollte ihn deshalb nicht unbedingt fluchend beginnen, aber da verbringt man die letzten 30 ochen damit sich abzuhetzen regelmaessige Artikel ueber sein Dasein zu verfassen und da schafft man es dann kurz vor Toresschluss noch den vorletzten mit dem letzten Eintrag zusammenlegen zu muessen. Und jetzt habe ich wirklich eine ENtschuldigung, die mir nur mittlerweile wahrscheinlich keiner mehr glaubt. Wer Schuld ist? Natuerlich nicht ic, sondern die Westkueste. Beziehungsweise ihre spaerliche Infrastruktur. Es ist naemlich so, dass ich die letzten 2 Wochen nicht nur beinahe ausschliesslich im Funkloch verbracht habe, sondern auch in der ueberteuertsten Internetzone der ganzen Reise. 7 Dollar fuer eine Stunde Internet, in der ich aufgrund meiner 4 Fingertechnick (sehr schnell, aber viele Fehler) wahrscheinlich gerade mal bis zum Ort der Woche gekommen waere, waren mir ein letzter puenktlicher Blogeintrag dann doch leider nicht wert. Jetzt also ein Special: 2 fuer 1. Herzlichen Glueckwunsch.

Viech der Woche: Die Fliege. Und ich sage hier absichtlich nicht EINE Fliege. Kann sich mal einer bei mir melden und mir mitteilen, ob er oder sie in den letzten 11 Tagen eine Fliege gesehen hat? Ich habe naemlich das Gefuehl, dass durch einen ungluecklichen Zufall alle Fliegen aufeinmal an Australiens Westkueste sesshaft geworden sein muessen. Genauer genommen im Umkries von ca 500 Metern unsers Vans. Ausserdem sind es genmanipulierte FLiegen, denn sie muessen schlauer sein als die normale Stubenfliege, da die hier vorhandenen Fliegen a in dicken Schwaermen auftreten und B (viel bemerkenswerter) immer in nur einem Sekundenbruchteil da sind, wo ich und meine Mitreisenden auch sind. Da will man morgens mal kurz austreten, sagen wir mitten auf einer einsamen Wuestenstrasse auf der man gerade genaechtigt hat, hat gerade seinen barfuessigen Treter auf den Sand gesetzt und schon tun dies Biester das selbige, nur eben auf mich. Es ist einfach unertraeglich, das Geraeusch ist gegen das staenige Kribbeln auf der Haut wie Musik in meinen Ohren. Wenn es bei dem Kribbeln bliebe, ich bin sicher man gewoehnt sich an alles, aber diese Dinger sind auch noch unglaublich neugierig, oder Oeffnungsfetischisten. Wuerde man sie naemlich nicht enruestet abhalten, wuerden sie einem glatt in die Nase, die Ohren und bevorzugt in den Mund hineinmarschieren. Und hat bitte schon einmal jemand von einem Lebewesen gehoert, dass seinem Feind (und WEISS GOTT der bin ich) direkt in den Mund klettert? Ich nicht. Die Hitze scheint denen ja ordentlich auf den Grips geschlagen zu sein. Jedenfalls kann ich noch festhalten: Je weiter noerdlich von Perth man ist, desto mehr Fliegen. Es lohnt sich trotz nichts hoeren, nichts sagen, nichts sehen...wenn man auch nur drei Haende dafuer haette.

Investition der Woche: 2 x 85$ fuer 2 Chinese Hats. Tja was das ist wusste ich auch nicht, bis wir 2 davon geschrottet haben. Diese Gegenstaende hat man auf einem Luxuscampervan der 3.4m hoch und ungefaehr 6 m lang ist. Ein Chinese Hat hat die Funktion, diesen LKW von einem Van mit Frischluft zu versorgen, beziehungsweise den fast nie auftretenden Regen vom Eindringen in den solchen zu verhindern. Jedenfalls haben wir uns die einzigen beiden Chinese Hats vom Cach gesaebelt (wie passend), als wir auf dem einzigen Campingplatz den wir in der ganzen Zeit besuchten ein wenig Schatten unter einem sehr instabil aussehendem Strohdach suchten, dass uns aber heimtueckischer Weise direkt unsere Huetchen nahm. Es gab leider auch kein Schild welches uns an die Groesse unseres Ungetuems erinnert haette. Jaqui fuhr von Hitze und Fliegen geplagt ohne nachzudenken drunter, ich fuhr in Vorfreude auf den Pool und den kuehlen Weisswein ohne nachzudenken mit grossem Gepolter drunter weg. Macht 170 $ bitte. Schade das wir fuer alles ueber 200 $ versichert sind. Der Gedanke der dir da kommt, den hatten wir auch schon. Wir haben es gelassen und sind die restliche Zeit mit einer Decke anstatt eines Hutes gefahren. Ein tuerkischer Campervan sozusagen, anstatt eines asiatischen.

Beobachtung der Woche: Man wird ja zum Sparfuchs und zum Dieb wie ich einst beobachtete. Aber man stellt sich geizige Leute ja immer vergraemt und unter Umstaenden sogar mit Buckel, mit Sicherheit aber todungluecklich vor. Wir sind sehr glueckliche Sparfuechse. Und ich konnte beobachten, dass jeder gesparte Cent, oder aber auch jede 120 gesparte Dollar einen noch froher machen, als eine legal erworbene Eintrittskarte beispielsweise. Lasst es mich erklaeren. Sonntag spielte also eine meiner liebstenBands beim Womadelaide Festivals in Adelaide. Ich wollte unbedingt hin und war sogar bereit die 100 Dollar zu zahlen. Erst zumindest, beim laengern Ueberlegen dann doch nicht mehr. War aber eben auch nicht noetig, denn am Vortag war ich zum 100sten Mal im Zoo gewesen um meine Schwester zu begleiten. Durch den Hinterausgang gelangen wir doch tatsaechlich direkt aufs Festivalgealende. Dieses Wissen wuerde wohl jeder schamlos ausnutzen, also machten wir uns am naechsten tag alle Drei mit gepacktem Picknickkorb auf den Weg zum Zoo. Da wir um halb 5 erst da waren und der Zoo in einer halben Stunde schliessen wuerde, wollt die Dame uns erst nicht mehr reinlassen. Als sie aber erfuhr dass es unser letzter tag in Australien sei und wir noch nie einen Koala gesehen hatten kamen wir sogar umsonst rein. Ein kleines bisschen zu frueh gefreut ueber das umsonst zu besuchende Konzert. Der Hintereingang war versperrt, irgendjemand hatte das Tor zum Glueck verschlossen. Da wir uns den Spass nicht nehmen lassen wollten, kletterten wir kurz in unseren Kleidchen ueber den Zaun und waren schwups, nur von ein paar Rockern die sich tot lachten beobachtet, auf dem Festival Gelaende. Gaben wir den Veranstaltern auch kein Geld, so gaben wir The Cat Empire jedenfalls ordentlich Beifall. Und wenn man Geld fuer Tickets spart kann man auch mehr Geld fuer Drinks ausgeben. Das macht dann wieder jeden gluecklich. Besonders uns. Das ist also die Loesung. Wenn man Geld fuer etwas spart, macht das Ausgeben fuer etwas anderes noch viel mehr Spass und man ist doppelt gluecklich. Nachahmen nicht unbedingt empfohlen. (Irgendwie fuehle ich mich verpflichtet das noch zu schreiben.)

Ort der Woche: Die suedliche Westkueste von Perth. Weil A keine Fliegen und B unzaehlige Wineries die Weinproben anbieten, Kaese, Schokolade und Obstplantagen, die einen zu Free Tastings einladen und man so etwas wie Barhopping macht, nur eben mit Essen das man umsonst probieren kann. Der Wein ist ausgezeichet, die schweizer Schokolade unschlagbar, der Kaese ziemlich gut und die Fruechte wieder einmal saftiger denn je. Frucht der Woche ist ueberigens die Feige, da wir an einer sehr einsamen Strasse ein paar Feigenbaeume fanden und uns mit einer ordentlichen Ration fuer die Woche eindeckten-nicht ganz legal, aber das ueberliest man hier bitte, da man sonst wirlich langsam annimmt ich haette kriminelles Blut durch meine arischen Adern fliessen.

Erfahrung der Woche: Da hat man 3 Maedels mit Abitur in einem Van sitzen, die einfach zu dumm sind um aus Fehlern zu lernen. Der Fehler: Weil der Sprit anderswo etwas billiger ist wird erstmal nur ein bisschen getankt. So ein bisschen, dass man es kaum noch zum naechsten Ort schafft. So ein bisschen, dass man eine weltweit einzigartige Sehenswuerdigkeit, die 15km neben der Strasse liegt, unbeachtet hinter sich lassen muss, weil man sonst den naechsten Ort nicht mehr rollend erreichen wird. Man schafft es also so gerade zur Tankstellte und tankt vorsichtshalbter nur ein bisschen. So ein bisschen, dass es noch knapper wird als beim ersten Mal und man neben der in der Daemmerung am Strassenrand lauernden Vielzahl von Kaengurus, Fuechsen, Ziegen, Kuehen und Springmaeusen eben auch noch panisch auf das kleine gelbe Laempchen starren muss, das einem irgendwie hoenisch in die Augen zu blenden scheint. Eine nicht so schoene Erfarhung, die sich seit dem gluecklicherweise nicht wiederholt hat. Trozdem bemerkenswert. Na ja, es war Freitag der 13. und wir haben es geschafft. Immerhion haben wir die UNgluecktheorie widerlegt.

Rest der Woche: Es war eine schoene erste Woche. Endlich wieder im Van, endlich wieder jede moegliche Mahlzeit am Meer einnehmen und bei seinem Rauschen einzuschlafen. Ich liebe es. Jetzt haben wir auch noch die Luxusvariante von einem Van. Da ein Van fuer 4 nur insgesamt 40 Dollar teurer war als einer fuer 3 haben wir den Groesseren genommen. 3 Maedels brauchen schliesslich Platz. Und scheinbar einen Kuehlschrank (stets voll, meist mit Obst und Schokolade), eine Mikrowelle, Toaster, Wasserkocher, Herd und allem Pipapo. Es ist schon nochmal was anderes wenn man sowas alles hat, notwendig ist es nicht, praktisch aber schon. Unpraktisch nur, dass wir nur wild campten und fuer den ganzen Klimmbimm nie Strom hatten. Der Kuehlschrank war das Wichtigste und lief ueber die Batterie. Alles gut also. In dem kleinen EInfamilienhaus ging es dann also erst runter in den sueden von Perth bis nach Margaret River und dann hoch bis Cervantes, wo wir im nambung National Park die weltweit einzigen Pinnicals ansahen. Eine biszarre, gelbe Wueste voller bis zu 4 Meter hoher Kalksteinnadeln, die in den Himmel stechen. Ich kann ueberigens mit Stolz berichten, dass wir fuer die wegen Spritmangels verfehlte Sehenswuerdigkeit auf dem Rueckweg noch nachholten. Es handelt sich dabei um Stromalotiten. Bakterien von vor 3 Millionen (oder waren es Billionen) Jahren. Und sowas guckt man sich in deinem Urlaub an. Weil es eben einzigartig ist. Von der Menge der daran teilhabenden Fliegen mal ganz zu schweigen.

18.3.09 13:19


Woche 29: 1.03-7.03.09

Vorwort der Woche: Ich will einmal bescrheiben wie man sich das so vorstellen muss, wie ich hier gerade sitze und meinen Blog schreibe: Ich sitze umgeben von Chucky der Moerderpuppe, dem gruseligen Clown aus Saw (ja der auf dem Dreirad) und anderen mir unbekannten blutueberstroemten Modellfiguren. Nein ich befinde mich nicht im Horrorkabinett, ich befinde mich in Dions Zimmer, Adelaide, South Australia, Suedliche Hemispahere und damit immer noch auf dieser Erde. Ich hoere Wolfgang Amadeus Mozart - Piano Concerto No. 21 - Andante. Damit habe ich angefangen als ich vor Monaten nervoesestens die Email immer und immer wieder an Jung von Matt schrieb. Klassische Musik ist ja gar nicht nur fuer Ommas und gestoerte Serienmoerder (wobei ich mir in dieser Lokation fast selbst gestoert vorkomme). Sie ist schoen und beruhigt. So richtig beruhigen muss ich mich eiegntlich nicht. Eher motivieren nicht zu den anderen ins Wohnsimmer zu rennen um Guitar Hero zu spielen, aber einmal angefangen macht das Zusammenfassen der letzten Woche ja immer Spass und gehoert ja auch nicht mehr lange zu meinem Wochenprogramm. Ach erwaehnenswert ist vielleicht der "PC"Bildschirm auf dem ich gerade berichte, er ist naemlich ungefaehr so gross wie ein Einerbob.

Viech der Woche: Denkt man an Seeloewen denkt man sicherlich nicht an Seeloewen. Denkt man an Pinguine, wohl auch nicht an Melbourne. Zu beiden dieser Staedte gehoeren diese Tiere aber, vielleicht als mehr oder weniger geheimes Wahrzeichen. Geheim deshalb, weil ich beide Male mehr als verwundert ueber den Fund dieser Tier in denen mir unpassend erscheinenden Gefilden war.  Das Viech der Woche ist also hiermit ein Pinguin. UNd zwar leben diese am Pier von Melbournes gar nicht so haesslichem Strand, versteckt in den grossen Felsen, auesserst scheu vor Licht. Ich kann mich schwach entsinnen, das die Anwesenheit der Seeloewen am Pier von San Francisco mit uns Nahrungskettenvirtuosen zusammenhing. Warum es Pinguine in Melli gibt, war, ist und bleibt mir ein Raetsel. Ich war jedenfalls sehr erfreut einen Einzigen zwischen den Felsspalten erspaehen zu koennen.

Investition der Woche: 180 Dollar fuer die wohl letzte gefuehrte Tour in Australien. Sie brachte uns von Melbourne nach Adelaide, allerdings ueber eine der wohl schoensten Kuestenstrassen der Welt-die Great Ocean Road. Sie muss wohl sehr schoen gewesen sein, denn ich hielt fast die ganze Fahrt ueber mein empfindliches Koepfchen aus dem Fenster, hoerte Musik und erfreute mich des tatsaechlich sehr schoenen Strassenverlaufs (vielleicht habe ich mich langsam zu sehr an schoene Strassen gewoehnt, denn so great wie angepriesen fand ich sie nicht, die Great Ocean Road. Sie ist sehr schoen, aber der Weg nach Milfor Sound, Neuseeland, oder einfach die Strasse von Cairns nach Port Douglas, sind meiner Ansicht nach mehr als ernstzunehmende Konurrenz die nur eben nicht so protzig klingen). Nach 360 km grossartiger Ozean Strasse hatte ich mir dann auch eine Halsentzuendung eingefangen-die mit Birte schon auf der selbigen mit dem besten Goon den wir beide jemals hatten (vielleicht weil es unser letzter gemeinsamer Goon war) begossen wurde. Der Tag danach war dann, ich glaube ohne zu uebertreiben, der schlimmste ud langweiligste meines gesamten Aufenthaltes in Australien (ausser die Tage wo ich so krank war, aber die zaehlen nicht, weil ich da ja praktisch tot war und Tage an denen man eigentlich gar nichts mehr fuelhen kann zaehlen glaube ich nicht). Den ganzen Tag sassen wir im Bus, von den Grumpians (circa die Mitte zwischen Melli und Adelaide) bis nach Adelaide, satte 8 Stunden Busfahrt mit Kater und Hals und kriegten einmal mehr als deutlich vorgefuerht wie verdammt gross dieses Land doch ist. Gut dass wir uns entschieden haben von Adelaide nach Perth zu fliegen, sonst haette ich die Westkueste entweder verpasst, oder haette mehr als ein bisschen Mozart gebraucht um eine zweite Email an Jung von Matt zu schreiben.

Beobachtung der Woche: Australien ist ein Paradies in das jeder wirklich einmal reisen sollte. Ich muss aber dierkt die Vorfreude nehmen-nicht alles ist hier paradiesisch. Zum Beispiel ist eine australische Steuererklaerung mindest genau so nervtoetend wie eine deutsche, nur eben unverstaendlicher, weil in englischer Fachliteratur. Seit ungefaher drei Wochen vergleiche ich nun mehr oder weniger konsequent und motiviert die verschiedenen Angbieter (die sich teilweise verhalten wie die Schreihaelse auf der Krimes-und die wollen mir Zuckerwatte andrehen keine Zahlen verdrehen und ich mag sie trotzdem schon nicht). All die Gebuehren und Versprechen wurden mir nachher zu viel und ich habe eben endlich mal das Formular eines Anbieters ausgefuellt. Wann und wieviel ich von diesen Herrschaften jemals wiederbekomme ist mir voellig unklar. Ich kann nur sagen: Wer Schwarzarbeitet ist klar im Vorteil. Und das haben die Australier wohl mit den Deutschen gemein.

Ort der Woche: Ein Helikopter ueber den Zwoelf (bzw 8) Aposteln. Das ist die wohl bekannteste Felsformation der Great Ocean Road. Und da von den zwoelfen nur noch 8 stehen, bestaunte meine Reisegruppe (bestehend aus Jana, Jaqui und Birte) diese schwindende Schoenheit aus der Luft und goennten uns einen Helikopterflug fuer 60 Dollar (wie lange er dauerte tut ja wohl ueberhaupt nichts zur Sache). Es war jeden Cent wert, die Aussicht atemberaubend und wohl auch einzigartig. (Ausser man plant in den naechsten Monaten wieder zu kommen, was ich aber nicht vorhabe, weil es noch zu viele schwindenede Schoenheiten gibt die ich sehen will bevor sie ganz verschwunden sind). Ausserdem macht Helikopter fliegen uebrigens unglaublich viel Spass. Wenn ich irgendwann mal zuviel Geld habe mache ich vielleicht einen Helikopterfuehrerschein. Kann man sicherlichlich immer mal gebrauchen. Man kann ja auch ueberall landen mit den Dingern. Sicher auch bei jedem.

Erfahrung der Woche: Es mag sein dass ich sehr unfit bin nach 7 Monaten des Faulenzens. Nach wie vor muss ich aber sehr sehr stark sein. Zumindest mental, denn gestern habe ich mit der Kraft miener Gedanken ein Weinglas verbogen. Wer das nicht glaubt kann mich aufsuchen und sich das Ding angucken, ich durfte es als Trophae mitnehmen. Ich bin so kurz vor Schluss nicht noch verrueckt geworden, keine Angst. Es geschah so: Gestern besuchte ich mit Dion (Jaquis australischem Freund bei dem wir gerade wohnen, der mit den Horrorfiguren (er ist sonst ganz normal, keine Sorge) das Fringe Festival in Adelaide. Wir besuchten die Show der Space Cowboys, der lustigerweise nur einer ist. Er ist mehrfacher Rekordhalter im Schwertschlucken und schwere-Sachen-mit-seinen-Augenliedern-ziehen. Ausserdem macht er jedenfall Uri Geller beim Loeffel Biegen Konkurrenz. und ich neuerdings auch. Er holte mich auf die Buehne und ich erzeugte mit meinen Haenden und Gedanken an schmelzende Schokolade eine Energie, die mir erstmal zwei klein Stromschlaege verpasste und dann eben den Stil des Weinglases verbog. Wenn einer skeptisch ist dann ich, aber das ging tatsaechlich mit rechten Dingen zu. Ich wuerde euch ja nicht anluegen. Eine unfassbare Erfahrung war das und sowas von das erst angezweifelte Eintritssgeld wert. Neben dem Skydive wohl das Verrueckteste was ich waehrend meines gesamten Aufenthaltes so gemacht habe.  

Rest der Woche: Nach ein paar letzten Tagen in Melbourne und dem letzten Tag auf der Grand Ocean Road hiess es nun tatsaechlich Abschied nehmen von meiner laengsten und besten gewonnen Freundin dieser Reise-Birte. Der schwerste Abschied bis jetzt-wobei mir der schwerste in 2 Wochen bevorsteht, der von einem Leben und einem Land, dass ich noch oft vermissen und erinnern werde. Die Great Ocean Tour war das Letzte auf meiner Liste gewesen mit Sachen, die ich in Australien unbedingt sehen wollte. Nun sind wir seit Dienstag, also seit 5 Tagen in Adelaide und leben nach einem reiseintensiven Start mal wieder etwas in den Tag hinein, was mir ganz gut tut, da ich tatsaechlich noch ein letztes Mal australisches Antibiotika schlucken muss und ein zweites Mal zum Arzt musste. Was ok war, da ich a ja noch eine Versicherung abgewschlossen hatte und dieser Arzt auch mal ein freundlicher war. Heute war ich mit Jana im Zoo. Von dort aus gelangen wir voellig unverhofft auf das Gelaende des Womadelaide, Adelaides bekanntestem Musikfestivals. Ganz genau so werde ich ueberigns morgen fuer 16 Dollar The Cat Empire Live, Open Air, im Sonnenuntergang spielen sehen. Diesmal equipt mit Jaqui, Goone & Picknick Korb. Morgen Abend heisst es dann noch einmal packen, fuer meinen letzten Roadtrip in Australien-an der Westkueste. Aber das ist eine andere, neue Geschichte.

7.3.09 12:22


Woche 28: 20.2-28.2.09

Vorwort der Woche: Ja ja ja. Ich moechte nicht drueber sprechen. Ich habe natuerlich nicht darueber nachgedacht, dass wenn meine zwei Schaetzchen hier sind, nur noch Zeit zum Shoppen, Essen und Trinken bleibt, nicht aber zum Puenktlich-Blogschreiben. Immerhin konnte ich den Zeitverzug schon mal auf einen Tag herunterschrauben. Es wird doch...

Viech der Woche: Ein neues, auch fuer Australien bekanntes Viech hat unseren Weg gekreuzt. Oder geschlaengelt sagt man da wohl eher. Eine Schlange. Genau genommen zwei, im Abstand von 24 Stunden, beide auf Tasmanien. Wie gefaehrlich die waren ist noch in Untersuchung, ich habe meiner paranoiden Schwester erst einmal das Buch "Australias Wildlife" gekauft, jetzt kann sie immer schoen nachlesen wie geiftig und gefaehrlich alles ist was hier so rumhaengt. Ob das die Sache besser macht weiss ich nicht, ich erhoffe mir allerdings Informationen dadurch an die ich sonst schwer kommen wuerde. Entschaeuschender Weise konnten die Schlangen trotz Fotovergleichs nicht wirklich identifiziert werden. Ich gebe ihr noch etwas Zeit und vielleicht entwickelt ja einer meiner Foto Betrachter ein reges Interesse an der australischen Tierwelt und sagt mir nachher dass es eine laecherliche Blindschleiche war. Bis dahin gehe ich davon aus, dass es ein aeusserst seltenes Tier war, das wir mit aeusserstem Glueck vofinden konnten. Ausserdem sollte noch der Tasmanische Teufel erwaehnt werden, den wir uns kurz vor Abflug noch in einem Wildlife Park angeguckt haben weil er sich uns einfach nicht zeigen wollte. Ich kann behaupten: Er ist sogar echt suess und verdient einen solchen Namen nicht. Das graessliche Fauchen ist wohl seine Art sich dagegen zu beschweren. Ein Teufelskreis.

Ich muss den Blogeintrag leider unterbrechen, weil wir gerade auf eine Poolparty eingeladen wurden, die nun leider hoehere Prioritaet hat. Vielleicht gibt es dann auch ein zweites Vorwort mir einer weiteren Entschuldigung.

So da bin ich wieder, ausgeschlafen und kaum verkatert, bereit fuer weitere literarische WUnderkonstruktionen:

Investition der Woche: Ich habe den Ueberblick verloren nach diversen Shoppingmarathonen (Die erste eher wundersame als wunderbare Pluralbildung). Diese unfassbar coolen Secondhandlaeden lassen einen aber auch immer wieder irgendein Schaetzchen finden. DIe nach Omma riechende Handtasche aus den 70ern auf der Oxfordstreet in Sydney oder aber die alte Militaerjacke aus dem Jahre 78 von der australischen Medical Divisondie man in St.Kilda, Melbourne aufspuert, lassen eben das Portemoine des Shoppingliebhabers nicht gerade praller werden-wohl aber den immer schwerer werdenen Koffer. Erwaehnenswert scheint mir aber die unverhaeltbnismaessige Investitionsfreudigkeit dieser Woche. So spart man an Essen so viel man kann, kauft Specials im Supermarkt und immer von allem das billigste (zaubert sich dann aber doch immer noch die leckersten Mahlzeiten und schmaust sie gluecklichst an Straneden, Seen oder in Berghuetten-da schmeckt wahrscheinlich auch alles). In Tasmanien schliefen wir jede der drei Naechte im Auto (2 auf dem Fahrersitz, einer auf der Rueckbank) froren ein bisschen, perfektionierten aber jeden Abend unsere Schlafstellungen und verzichteten drei Tage aufs Duschen (gingen aber immerhin einmal zwischendurch im Meer schwimmen), um am Ende jeder um die 75 $ zu sparen. Es war herrlich und wir belohnten uns am Ende mit einem Besuch im Fischrestaurant in Hobarts Hafen und goennten uns ein warmes Mittagessen fuer 15 $. Fuer einen solchen Lifestyle muss man wohl nicht richtig ticken. Oder eben alle gleich.

Beobachtumg der Woche: So ein bisschen ist Australien nun wohl doch schon meine Heimat geworden. Oder woran mag es liegen, dass ich mich verantwortlich fuehle fuer den Spass den meine beiden neuen Reisebegleitungen haben. Wohl daran, dass sie mir beide sehr am Herzen liegen und ich will, dass es ihnen genauso gut gefaellt wie mir. Es ist ein wenig anstrengend, auch manchmal alles unter einen Hut zu kriegen, aber langsam stellt sich raus, dass wir ein richtig gutes Team sind. Ich habe etwas Angst davor gehabt muss ich gestehen, dass es vielleicht einfach gar nicht klappt, das Reisen mit meinen zwei liebsten Maedels. Es ist schwer eine passende Reisebegleitung zufinden, soviel ist klar, die Art des Reisens eben sehr speziell, irgendwie. Aber immer wieder faellt uns auf, wie gut e doch eigentlich klappt. Das Essen trotz Sparerei formidabel, die Tages und bendplanung nie ein Problem (die genaue Routenplanung da eher schon ein bisschen, aber wir naehern uns so etwas aehnlichem wie einem Plan). Die Interesen scheinen doch alle meist die gleichen zu sein. Und nachdem ich meine 2.5 monatige Heimt Sydney von seinen besten Seiten vorgefuehrt habe (sogar eine auesserst ausgewoehnliche Schlafstaette (mit Bett und Blick auf die Oper und die Harbourbridge) ueber einen Freund organisieren konnte) kann ich mich jetzt so langsam zuruecklehnen und die Dinge seinen Lauf nehmen lassen. Und das tun sie. Sie nehme Kurs auf Grand Ocean Road mit Birte, Adelide und Openairkonzert mit The Cat Empire, einer Fahrt in einem Van der sogar einen Kuehlschrank hat und ausfuehrlichst besprochenen BBQ Sessions. Komme was wolle, es wird grandios.

Ort der Woche: Da ich oben das unglaubliche Apartement in Sydney schon erwaehnt habe (es steht in Stadtplaenen als Museum und ist ein altes Ferrydepot und das einzige Haus ine inem Park am Waser), waehle ich zum Ort der Woche: Bay of Fire, Tasmanien, Westcoast. Ein Strand mit weissem Sand und tuerkiesem Wasser. Es ist auch der Ort der einzigen waschaehnlichen Unternehmung unseres Tassi Aufenthalts. Jaque und ich stuerzten uns halb nackt in die tuerkiesen, recht frischen Fluten und genossen unser Glueck bis unsere dicken Zehen taub wurden. Da war es wieder, dieses Gefuehl von tiefster Zufriedenheit und groesstem Glueck.  

Erfahrung der Woche: Ich bin sowas von NICHT bereit nach Hause zu kommen. Ich hatte ja immer gedacht/gehofft irgendwann sei ich bereit dafuer, haette keine Lust mehr zu Reisen, eben fertig. Es kann daran liegen, dass ich jetzt nochmal verstaerkt darauf achte, wie schoen dieser relaxte Lebensstil ist. Aber ich darf auch nicht vergessen, wie genervt ich am Ende von der anspruchlosen Arbeit war. Doch beneide ich Birte schon ein bisschen, die sich gerade entschlossen hat ein zweites Jahr hier zu bleiben. Genauso viel Philipp. Das einzige worauf ich mich freue sind meine Familie und meine Freunde. Ok und eine neue Herausforderung mit meinem Job. Und Haribo. Und dann eben auf die naechste Reise-die kommen wird, so bald es geht. Gut zu wissen was ich will. Das ist ja auch schon mal ein Fortschritt.

Rest der Woche: Angefangen mit Manly, zeigte ich den Beiden also wo ich bisher so gelebt, gearbeitet, gesonnt und gefeiert hatte. Dann ging es in die Blue Mountains, zum Shoppen und auch schon nach Tasmanien. Dort erkundeten wir in nur 3.5 Tagen die Westkueste und fuhren dann durchs Landesinnere und diverse Nationalparks runter nach Hobart. Von dort ging es dann nach Melli, wo wir noch bis Montag sind. Hier wir nochmal geshoppt, gefeiert und sich mit alten Freunden ausgetauscht (Melli ist Sammelpunkt vieler Leute die ich auf der Ostkuestentour kennenlernte). Dann gehts nach Adelaide fuer ein paar Tage wo Jaqui ihre alten Freunde treffen will. Von dort an die einsame Westkueste wo dann gesonnt und gegessen wird. 2 Wochen Entspannung. Und dann ist es bald soweit. Ich bin jedenfalls froh, dass ich auf dem sehr langem Rueckflug nicht alleine bin und nicht so viel Zeit zum Nachdenken haben werde. Das kann ich allerdings mittlerweile auch ganz gut ausklammern. Wenn ich nicht gerade meinen Blog darueber schreibe, indem ich schreibe, das ich daruber nachdenke. Deshalb ist jetzt Schluss. Muss shoppen und mich schon mal mental auf Openair Kino und Alkohol einstellen.

27.2.09 12:13


Woche 26-27:11.2-19.2.2009

Vorwort der Woche: Jetzt erschrickt der ein oder andere regelmaessige Leser und denkt: Oh ha! Ist das denn etwa schon ein neuer Blogeintrag? Und ich kann mit 100%iger Sicherheit versichern (die grammatikalisch ungeschickte Wiederholung soll hier als Stilmittel wirken, sprich eine ausserst grosse Sicherheit symbloisieren): Ich werde nun wieder regelmaessig verfassen. Jede Woche, wie es anfangs mal gedacht war, also noch 4 weitere Blogeintrage nach diesem. Ich will nicht sagen jeden Donnerstag (was eigentlich geplant ist, aber das muss ja keiner wissen), aber zumindest alle 7-8 Tage. Fangen wir also an, das erste Mal seit Wochen ohne eine Entschuldigung als Vorwort:

 

Viech der Woche:

Haustier der Woche: Huntsman Teil2. Da sitzt man gemuetlich am PC, sortiert schon mal seine unzaehligen Schnappschuesse und entledigt sich der verwackelten, unscharfen und zu scharfen, telefoniert mit seinem Vater (nicht um sich nebenbei zu beschaeftigen, sondern weil der in eben diesem Moment angerufen hat), ist also voellig vertieft und ahnt nichts Boeses - und da ist sie wieder. Oder noch eine. Vielleicht wohnt in diesem 8 Millionen Dollar teurem Haus (diesen Wert habe ich erfahren im Zuge mit der Information, dass meine Mitbewohner diese Haus am 4. April wegen Unordnung verlassen muessen) ja eine ganze Huntsman Familie. Also Huntsmen. Oder auch Huntswomen&children. Gegen dir Kinder haette ich fast nichts einzuwenden, denn vielleicht haben die als Babies ja noch normale Spinnengroesse, allerdings umso mehr dann gegen die Muetter, die dann bestimmt unwahrscheinlich agressiv sind und auch schon mal Menschen verspeisen, nur aus Sicherheit, um ihre Riesenbabies zu beschuetzen. Aber alles Ablenken von meiner Reaktion hat keinen Sinn: Hysterisch kreischend lief ich aus dem Zimmer (hat mal einer ueberprueft, ob man Erzeuger noch auf normale Laute reagiert?) und lockte damit meinen Mitbewohner Brett an (der fuehrsorglichste Mann der Gemeinschaft), der anfing wild mit einem Papier zu wedeln und das Ding unter Amandas Bett zu scheuchen. Ich stand zitternd wie Espenlaub daneben und fragte mich, ob ich wohl meiner Freundin von dem berichten muesse was sich da nun unter ihrem Bett befand. Waere es ethisch unkorrekt sie im Unwissen und damit in Frieden schlafen zu lassen, oder gehoert es zu den Pflichten einer Freundin einen ueber die Anwesenheit von Monstern zu informieren? Da es kein lebensgefaehrliches Monster war, erzaehlte ich es erst am naechsten Morgen und half pflichtbewusst dabei mit einer Taschenlampe unter dem Bett nach ihr zu suchen – mit meiner Anwesenheit. Das Gefuehl, das ich hatte, als dieses riesen Ding circa 35cm Luftlinie vor meiner Nase entlangmarschierte ist auf jeden Fall mit dem nach meinem Fallschirmspring vergleichbar.

 

Viech der Woche: Spinne. Name und Rasse unbekannt. Groesse: 5 Mark Stueck, sehr dick und fleischig. Kennzeichen: Zwei Weisse Punkte auf dem Ruecken. Gefaehrlichkeitsstufe: Hoch - Name und Giftigkeit zwar nicht bekannt, Aufenthaltsort aber aeusserst riskant, da haengend uber Weg, ueber den ich mitten in der Nacht spazierte, was so viel heisst wie beinahe auf mir drauf. Die Geschichte dazu: nachzulesen im „Ort der Woche“ Ende: Glimpflich. 

 

Investition der Woche: 341 $ = 180 Euro fuer 3 Fluege und 1 Mietwagen. Die letzte Woche habe ich geplant wie eine Wilde. Gebucht und geplant. Ich weiss jetzt ganz genau wie die Woche in Sydney aussieht mit Jani und Jaqui, kann es hier aber noch nicht verraten, da ein Grossteil Ueberraschung ist und man nie so genau weiss, wer wann, was liest. Gebucht  habe ich fuer diesen Spottpreis, fuer den man kaum einen Flug innerhalb der EU bekommt mit Steuern und allem Pipapo nun also folgendes: Flug Sydney-Hobart 23.2. 8.40 am (ich will nicht berichten, dass auch hier am und pm wieder fuer viel Aufregung sorgten) 112 $, Hobart-Melbourne 26.2. 6.20 pm (hier das pm erstmalig gewollt) 94 $, Mietwagen in Sydney, 3 Tage 54 $, Flug Adelaide-Perth 7.3. 6.30 am, 134 $. Ich bin jedenfalls stolz auf so viel organisatorisches Talent und Gefuehl fuer Schnaeppchen (gut ich habe viel Uebung was Shoppen betrifft), dass ich es fast schade finde, was der Tourismus Branche an mir fuer ein Talent verwehrt geblieben ist. Vielleicht liegt es aber auch an dem starken Euro (den ich ja leider nicht mehr nutzen kann), dass meine 2 Maedels jetzt fuer 180 Euro halb Australien bereisen.  Ich habe jedenfalls in meiner hart arbeitenden Zeit in Manly (vom 26.1-18.2) noch mal 3.065 $ verdient. Davon werden 25% Steuern erst einmal abgezogen, die kriege ich aber durch Taxback noch wieder. Sprich ich habe jetzt 2.299 $ zur direkten Verfuegung, plus die Kohle die ich aus meiner Bondi Zeit noch nach Miete und Abbezahlen der Neuseeland Schulden sparen konnte (465$):  2764 $ fuer 4 Wochen reisen.  Das sollte reichen! Es ist schon eine echt super gute Art des Reisens. Hat man kein Geld mehr zum Reisen, arbeitet man, hat man wieder Geld, reist man weiter und schaut sich die tollsten Plaetze an und macht die verruecktesten Sachen. Jetzt stehen also 4 Tage Sydney, 4 Tage Rumreisen auf Tasmanien, 4 Tage Melbourne, 3 Tage Grand Ocean Road, 3 Tage Adelaide, 14 Tage Westkueste und 3 Tage Singapur auf dem Programm. Da ist ein woechentlich erscheinender Blog wohl Pflicht um das ganze in angemessenen Rahmen verarbeiten zu koennen.

 

Beobachtung der Woche: Wenn die Zeit rasend schnell vergeht ist Obacht geboten. Nicht nur, dass man ja jeden Tag geniessen soll als sei es der letzte (wie schon die Roemer sagten) und es nicht schoen ist, wenn die wertvollen Stunden eines Lebens schneller verstreichen, als die Uhr es eigentlich vorgibt, nein da ist auch etwas anderes im Busch. Der Grund wird entweder sein, dass man sich wahnsinnig auf etwas freut und wirklich moechte, dass die Zeit an einem vorbeirauscht, sodass das erwuenschte doch moeglichst bald eintreffen moege, oder aber, dass etwas so schrecklich ist, dass man es unter keinen Umstaenden mehr aushalten kann und einem die Zeit sowie so egal ist. Ihr koennt aufatmen. In meinem Fall ist es Ersteres. Dennoch muss ich gestehen, das ich als ich gestern Nacht mal wieder nicht schlafen konnte doch feststellen musste, dass dieser Reiseabschnitt der bis jetzt langweiligste war. Vielleicht liegt es am vielen Arbeiten (100 Stunden in 14 Tagen) oder an der winzigen Couch und den ruecksichtslosen Mitbewohnern, bei denen ich nie so richtig das Gefuehl entwickeln konnte richtig willkommen zu sein (ausser bei Amanda, der war weibliche Verstaerkung mehr als willkommen.) Vielleicht aber auch daran, dass ich im Grunde doch komplizierter bin als ich dachte, kompliziert = anspruchsvoll. Mir wird alles so schnell langweilig. Dieser Kellnerjob geht mir schon nach 3.5 Wochen so wahnsinnig auf die Nerven, dass ich mich wirklich sehr freu heute meinen letzten tag zu haben. Die Jungs regen mich auch ueberdurchschnittlich auf, vor allem Cameron mit seinem „Hey German, do you clean my dishes?“ worauf ich natuerlich mit einem schmunzeln erwidere „I don’t think so“, er dann aber mit einer unangenehmen Ernsthaftigkeit noch einen draufsetzt „Why not? You haven’t done anything since you arrived here, so i think you can clean my dishes“. Die 1000 Antworten die ich darauf auf der Zunge liegen hatte habe ich runtergeschluckt. Fakt ist naemlich, dass ich hier durchaus was tue, die einzige bin die weiss wie  man die Spuelmaschine benutzt und es auch tut. Es faellt in dieser Unordnung nur keinem auf, dass ich das mache. Aber mein Gewissen ist rein, weshalb ich dein kleinen Tasmanischen Teufel mal reden lasse. Sein halbvoller Teller steht immer noch in der Kueche, garniert mit einer Ameisenfamilie. Seis drum, morgen koennen die sich dann mal mit der Anleitung der Spuelmaschine auseinandersetzten, dann bin ich naemlich weg! Aber das ist es eigentlich nicht, worauf ich hinaus will, mehr doch die Tatsache, dass ich so einfach gar nichtr auswandern koennte, auch wenn ich denn wollte, denn ich brauche etwas Anspruchsvolles endlich. Kann mir nicht mal jemand ein paar verflixt schwere Raetsel stellen, an denen sich mein Denkaperrat mal so richtig austoben kann? Andererseits habe ich ja dann alles richtig gemacht, kann  mich jetzt auf einen Job zu Hause richtig freuen wenn ich ausgepowert (nicht gelangweilt) vom Reisen nach Deutschland zurueckkomme. Gut zu wissen jedenfalls, wo meine Ansprueche liegen und ich nun nicht mehr von einem Leben auf Hawaii traeumen brauche in dem ich einfach in einer kleinen Surfbar arbeite, wenn mir der Job in Hamburg mal zu anstrengend werden sollte. Jetzt traeume ich eben vom Reisen im Van durch Osteuropa, Skandinavien, Indien, Vietnam und Panama. Aber fuer immer geht das alles nicht, zumindest nicht bei mir glaube ich. Aber 7 Monate sind eine gute Zeit. (die natuerlich immer noch nach hinten offen zu halten ist und die Grenzen was das Reisen angeht noch lange nicht ausgetestet sind.) Jetzt traeume ich aber erstmal von morgen, wenn ein neuer, der bestimmt schoenste Teil meiner Zeit hier anbricht, weil er alles kombiniert. Wahre Freunde mit denen man durch das Paradies auf Erden reist...

 

Ort der Woche: North Head, Manly. Mein Vater ist ja wirklich ein Goldstueck. Nicht dass ich das nicht vorher schon wusste, aber gestern wurde es mir mal wieder recht klar. Er hat die Technik fuer sich entdeckt. Skypen bereitet ihm wie mir und dem Rest der Familie eine grosse Freude. Noch mehr Freude bereitet ihm aber Google Earth. Er kann Stunden am Telefon damit verbringen, nebenbei herauszufinden wo ich gerade wohne, arbeite, oder stehe. Ich muss allerdings sagen, auch fuer mich kann dies sehr lohnend sein, so hat er doch gleich am Anfang meines Einzuges in die Chaosvilla herausgefunden, das unweit von meiner spinnenbesetzten neuen Heimat eine atemberaubende Steilkueste die Landschaft ziert. Nach einem erfloglosen Versuch diesen Ort ohne Google Earth oder handelsueblichen Landkarte zu finden, bin ich gestern, zwar totmuede aber durchaus motiviert mit einem deutschen Stammgast aus meinem Cafe losgezogen, um am vorletzten Abend diesen Punkt auf meiner To Do Liste abhaken zu koennen. Mit einem Glas australischem Shiraz, einem derart atemberaubenden Blick auf Sydneys Skyline und Steilklippen das einem das Schlucken des Weines schwer fiel, genoss ich also den Abend und prostete in Gedanken meinem Vater und seiner Liebe zu Google Earth zu. Der Abend nahm allerdings eine dramatische, fast tragische Wendung. Frank, der 27 jaehrige Triathlet vom Bodensee, meinte er muesse mir noch einen weiteren Aussichtspunkt zeigen. Der naechtlichen Finsternis zum trotz und angefixt durch den letzten Aussichtspunkt lies ich mich also ueberreden. Es ging also einen Pfad entlang der so dunkel war wie die Seele von Osama bin Laden. Frank, bestens ausgeruestet fuer diesen „Spaziergang“ benutzte sein Handy als Taschenlampe. Immerhin konnte er 3 mm bevor wir in dieses Monster von Spinne rannten stoppen. Zum Glueck ging ich 2 Meter hinter ihm. Also 2033mm Abstand zur Spinne fuer mich. Ich waere fast lieber tot umgefallen, als das zu tun was ich tun musste -mich an diesem Viech vorbei schleichen. Es hing wirklich mitten auf dem Weg, als wuerde es nur auf dumme deutsche Touristen warten, die des Nachts mit schlechtem Equipment meinten, einen solchen Weg gehen zu muessen. Der einzige Trost war, dass ich durch das Foto auf meiner Kamera sehen konnte, dass das Ding mit dem Ruecken zu uns hing. Ich hatte ja kuerzlich von einer Fliege gehoert die rueckwaerts geht, von einer Spinne die hinten Augen im Kopf hat war mir allerdings nichts bekannt und so quetschte ich mich an ihrem haustuergrossem Netz vorbei auf die andere Seite des Pfades. Mit uebergestuelpter Kapuze dackelte ich weiter hinter Frank der, denn was sollte ich denn sonst tun. Nun mit einem Sicherheitsabstand von 4 Metern, plumpste ploetzlich direkt neben mir etwas, was dem Geraeusch nach zu urteilen so gross gewesen sein muss wie ein Baumkaenguru, auf den Boden. Die 4 Meter Abstand wurden in Sekundenbruchteilen zu 1 mm. Immerhin bewahrte ich soviel Fassung, dass ich nicht bei Frank auf den Arm huepfte. Ich war nun auf alles gefasst, war mir nicht ganz sicher, ob der Sand neben uns nicht Reibsand und das Blaetterdach ueber uns nicht vielleicht lebendig war. Neben einem Baumkaengurus das wir dann tatsaechlich auch sahen, ein paar kleineren Spinnen und Possums brachter der Weg uns allerdings nicht an einem atemberaubenden Aussichtspunkt vorbei, sondern zu einem riesen Gelaende mit leer stehende Gebaeuden. Immerhin konnte ich mich auf einer richtigen Toilette des Rotweines entledigen und musste mich nicht vor den Augen irgendwelcher Possums und sonstigen Kreaturen entbloessen. Bald fanden wir auch die Strasse wieder und ich war nicht ganz sicher, ob ich nicht gerade aus einer Geisterbahn gekommen war. Ich sage im Nachhinein dennoch, ich werde Jani und Jaqui unbedingt den North Head zeigen. Allerdings im Mietwagen an dem man die Tueren von innen verriegeln kann und nicht nach Einbruch der Dunkelheit.

 

Erfahrung der Woche: Wenn ich dieser Tage durch Manly gehe, wenn ich mal einen Tag frei habe, weil es aus Eimern giesst und ich ausnahmsweise also nicht Kaffeetassen durch die Gegen schleppe (ich glaube ueberigens ich habe eine Sehnenscheidenentzuendung im rechten Mittelfinger vom Tassentragen. Wenn es nicht sogar ein Ermuedungsbruch ist. Peinlich so einen untrainierten Koerper, vor allem aber rechten Mittelfinger zu haben.), dann begegnen einem ein Haufen Leute auf der Strasse, die einen gruessen. Auch geht man Abends aus, ist man mal nicht zu muede von einer 12 Stunden Shift und 2.3 Stunden Schlaf nach einer Nacht lauter Musik im vibrierenden Bett der Baesse, dann trifft man auch dort einige bekannte Gesichter. Irgendwie fuehlt es sich schoen an, ein bisschen als haette man sich schon etwas Kleines aufgebaut hier. Dann aber realisiert man, dass es nicht mehr als sehr fluechtige Bekannte sind, die man aus dem Cafe oder ueber Freunde kennt. Trotzdem, man weiss ja nie was daraus werden wuerde, bliebe man laenger hier. Kellnern koennte ich jedenfalls nicht laenger (und das nicht nur wegen auftauchender Verschleisserscheinungen). Mir geht jetzt ja schon der kleine italienische Macho an der Kaffeemaschine auf den Wecker und auch die tadelnden Blicke des marrokanischen, seit 5 Jahren Kaffeemaschine-Bedienenden Riesenposers, wenn man mal bei einem der ganzen Stammgaesten vergessen hat wie viele Zurcker er fuer gewoehnlich Donnerstags um 8.32 in seinem Soy-Double Ristretto hat, wenn die Sonne scheint. Ich jedenfalls koennte das nicht zu meiner Profession machen. Ich bin gnadenlos unterfordert und brauche dringend geistige Anforderung. Ein weiterer Nachteil der Community zu deren Teil ich langsam werde ist, dass mein bis ins letzte Detail ausklamueserte Luegengeruest meiner fruehzeitigen Kuendigung leicht ins Schwanken geraten koennte. Da geht man Sonntags auf ein paar Bierchen mit seinen Arbeitskollegen aus, dakommt der nette Typ, der einem vor ein paar Tagen auf seinem Motorboetchen durch Manlys Buchten kutschiert hat um die Ecke und fragt, wann denn die Schwester endlich komme. Ausserdem kennt dieser den Cousin von Macho-Italiener an der Kaffeemaschine. Also aufgepasst, dass kein Fehler unterlaeuft, da doch der Chef und alle Mitarbeiter gar nicht boese waren, als man wegen des ploetzlichen Super-Job-Angebotes ploetzlich schon nach 3.5 Wochen statt nach 5 Monaten gekuendigt hat. Ich komme mir ein ganz bisschen vor wie in „Verbotene Liebe“ nur ohne verbotene Liebschaften. Das wuerde ich als eigentlich recht ehrlicher Mensch nicht auch noch aushalten, da ich jetzt schon fast stuendlich meine Nase im Spiegel checke, ob sie nicht doch ein paar Milimeter groesser ist als noch kurz zuvor. Irgendwie soll das ganze jedenfalls Glaubhaft klingen. Ich will den Ruf der unzuverlaessigen Backpacker nicht noch verstaerken. Sonst findet hier bald keiner mehr einen Job der sich nicht auf einen Jahresvertag einlaesst, weil alle Arbeitgeber sich absichern wollen, ihre Mitarbeiter nicht nur fuer 3.5 Wochen einzulernen. So sind jedenfalls alle gluecklich. Besonders ich.

 

Rest der Woche: Diese Rubrik wird diese Woche aufgrund von fehlenden Materials gecancelt.

19.2.09 11:35


Woche 24-25: 30.1-10.2.08

Vorwort bzw. Entschuldigung der Woche: Wenn der Blog genau so kurz wird wie meine Tagebucheintraege die letzten Tage, wird er ungefaehr so kurz, wie ein Mops im Vergleich zu einer Dogge. Weil die Zeit so schnell verfliegt wie ein Kolibri mit seinen Fluegeln flattern kann. Und das ist sehr schnell wie man hoert-deshalb sind es mittlerweile 12 Tage. Es koennte an an meiner Vorfreude auf geliebte Gesichter liegen und/oder B daran, dass ich soviel arbeite, dass es die perfekte Vorschule fuer Jung von Matt und mein Alltagsleben in Deutschland ist (das in 51 Tagen wieder beginnt). Aber es freut mich ja sehr, der Kohle halber. Na ja es weiss wohl jeder was dieses Vorwort wohl wieder sein soll-eine weit ausholende, moeglichst bildlich umschreibende Entschuldigung fuer eine wiederholte Verspaetung. Viech der Woche: Jetzt ist es „endlich“ mal passiert, ich habe eine dieser gigantischen Spinnen gesehen, eine Huntsman, das ich ihr eigentlich den Titel diese Woche widmen muesste. Dabei wollte ich mal mit einem ganz anderen, ausgefallenen Tier prahlen, dass ich diese Woche durch ein wenig Recherche und bekundetes Interesse kennen lernte. Aber dann eben eins nach dem anderen, folgendermassen: Haustier der Woche: Huntsman. Eine ungefaehr Hockeyball grosse Spinne (nicht der Koerper, der ist recht Klein, die Beine allerdings vergleichbar mit denen von Giselle Buendchen, nur behaarter), die ploetzlich, nach einer des Thema betreffenden Skype Unterhaltung mit meinen Eltern, an der Wand ueber dem TV hockte. Da hatte ich gerade mal wieder davon gesprochen, dass ich immer noch keines dieser vermeindlichen australisch en Monster gesehen hatte, da wurde es mir schwarz auf weiss, auf einer weissen Kalk Wand statt auf dem Silbertablett, serviert. Halb panisch halb erfreut stuermte ich also die Treppen hoch um meine Kamera zu holen um diesen Event spaeter auch beweisen zu koennen, da kam ich wieder runter und das Ding war weg. Nun ueberwog die Panik. Mit zitternder Hand wurde jedes erdenkliche Licht eingeschaltet. Und ich fand sie ungefaehr 10 Meter weiter weg, von wo sie vorher gesessen hatte. Faelschlicher Weise hatte ich immer dacht, so grosse Spinnen seien so langsam wie sie gross sind. Falsch. Sie wollte mir das wohl auch beweisen und flitze ein bisschen an der Wand umher. Meinen Schnappschuss kriegte ich trotzdem, sogar mit einem Zoomobjektiv, dass ich von dem befreundeten Fotografen noch habe. Schlafen konnte ich diese Nacht nicht besonders gut. Ich kann aber mit Sicherheit feststellen, ich habe hier in dieser WG schon weitaus schlechter geschlafen, Des oefteren. Aber dazu spaeter mehr. Viech der Woche: Letzte Woche nutze ich meinen freien Tag mal, um ins National Museum of Australia zu gehen. Ein sehr lohnender Ausflug, mit vielen guten Ausstellung, darunter auch eine ueber die kreuchen und fleuchenden Gefahren Australiens (ein komischer Ausdruck, der zwar passend, wohlmoeglich aber falsch geschrieben ist). Was ich da jedenfalls auch kennenlernte, war eine zwar ganz ungefaehrliche, aber doch beachtenswerte 2 Euro grosse Fliege namens „Eastern Upside Down Fly.“ Ich finde sie sollte Nationaltier werden, oder zumindest beruehmt, da sie doch so gut nach Down Under passt. Ihr Name haelt naemlich was sie verspricht. Bei dieser Fliege laeuft alles rueckwaerts und kopfueber. Ausser wenn sie fliegt oder bergab geht (das ist zu verrueckt als dass ich mir so was als Scherz einfallen lassen koennte). Immerhin ein Lebewesen also, das bemerkt hat, dass hier alle auf dem Kopf leben. Eben Down Under, Investition der Woche: 100 $. Und zwar fuer die Miete die ich jetzt doch hier zahlen soll. Sehr komische Aktion im nach hinein damit anzukommen, anscheinend aber eine Hausregel, dass Besucher die laenger als 2 Wochen hier residieren zu entrichten haben. Erst dachte ich ja es sei ok, ein bisschen viel vielleicht fuer einen Platz auf einer Couch und ein sehr haariges und schmutziges Bad das ich mir mit 4 Jungs teilen muss, aber aendern wollte ich das fuer die letzten 2 Wochen auch nicht mehr, streiten auch nicht. Als neben dem begrenzten Schlafplatz aber der Laerm immer unbegrenzter wurde, fing ich an mich ueber die Jungs zu aergern. Alle sind nach wie vor sehr nett, aber wenn ich Miete zahle, habe ich dann nicht auch ein gewisses Recht auf Respekt und Ruecksicht? Scheinbar nicht, denn in den letzten 4 Naechten konnte ich in 3 nicht laenger als 4 Stunden schlafen, da entweder in dem Zimmer neben mir (meins hat keinerlei Tuer oder aehnliche Laermbarrieren) laenger DJ Einheiten abgehalten wurden, oder auch mal betrunkene Maedels hysterisch durch mein Zimmer hopsten. Nun gut, ich musste auch um 6 Uhr arbeiten, vielleicht haette ich in den fruehen Morgenstunden sonst ein wenig Schlaf gefunden. Die neuste Errungenschaft ist eine Nebenmaschine. Die wurde vorgestern Nacht ausprobiert. Immerhin war es dann dunkel genug, dass ich nur noch durch den Laerm, der durch meine mittlerweile steinharten Oropax (an Pax ist da nicht mehr zu denken) sickerte, vom Schlafen abgehalten wurde. Heute Abend wurde die Livemusik schon mal angepriesen. Gut dass ich morgen um viertel nach 5 aufstehen muss. Zum Glueck muss ich morgen nur 7 Stunden arbeiten. 100 Dollar, reinster Wucher wenn man mich fragt. Immerhin aber die mit Abstand teuerste Ausgabe der letzten 12 Tage. Beobachtung der Woche: Hier nimmt das Wetter das Thema globale Erwaermung sehr worertlich. Ja, es ist auch hier sehr heiss (heute hat es mal geregnet und es ist kuehler), aber nicht so heiss, dass man denken sollte, dass eine Autostunde noerdlich Branden ganze Staedte ausloeschen. Die Zeitungen sind dieser Tage so brutal, dass man sie nicht zur Mittagspause lesen kann, wie ich es fuer gewoehnlich tue, weil einem da der Atem stockt und der Appetit gaenzlich vergeht. Der schlimmste Zustand den es jemals gab. Nicht so wie der Black Friday1937 und nicht so schlimm wie Ash-Wednesday1983. (Hier hat Aschermittwoch also eine tragische, andere Bedeutung). Weiter noerdlich, da wo meine Reise begann, in Townsville und Umgebung, steht wiederum alles unter Wasser, Kaengurus retten sich mit verzweifelten Haeuserbesitzern auf deren Daecher. Hier kriegte man von den Katastrophen allerdings nichts mit, wenn man nicht in die Zeitung guckte. Sprich hier nimmt alles seinen normalen Lauf und ich bin weit weg von all den Katastrophen die dieses Land derzeit beuteln. Weit genug jedenfalls. Das haben die weiten Entfernungen dann eben Gutes. Es fuehlt sich eher an, als wenn das alles in einem anderen Land stattfinden wuerde. Nicht jedoch fuer die Australier, die wir man in diesen Tagen merkt ein sehr ausgepraegtes patriotisches Verhalten aufweisen. So fern und doch so nah, das fasst wohl auch meine Gefuehle zu diesen Geschehnissen sehr gut zusammen. So ein bisschen bin ich eben auch schon Patriot geworden. Ort der Woche: Es ist wohl der letzte Blogeintrag, wo ich etwas so „gewoehnliches“ wie eine Bucht zum Ort der Woche machen muss, da in genau 10 Tagen die grosse Reiserei wieder beginnt. Dieses Mal ist es jedenfalls noch in der naeheren Nachbarschaft. Eine Bucht die ich und 4 Jungs Gulf of Germany tauften. Mit einem kleinen Boot, auf das mich die erwaehnten 4 Aussi Jungs einluden als ich in Little Manly nach einem Tag vollbrachter Arbeit am Strand rumlungerte, fuhren wir in eine kleine Bucht auf der anderen Seite. Mit einem kuehlen Bier in der Hand spuerte ich alsbald wieder das suesse Backpacker Dasein und die Vorfreude auf die naechsten 5 Wochen in mir aufsteigen. So einfach ist es dem Arbeitsalltag mal eben zu entfliehen und sich „wie im“ Urlaub zu fuehlen. Erfahrung der Woche: Ich will dass die Zeit schnell vergeht. Ja sehr richtig. Nur noch 10 Tage. 10 Tage bis Jani und Jaqui kommen. 10 Tage arbeiten, 10 Tage (nicht) schlafen. Dann beginnt der letzte Teil meiner Grossen Reise. Ein neuer, letzter Abschnitt. Das erste Mal, dass ich will, dass die Zeit schnell vergeht, seit ich hier bin. Dann wuerde ich sie aber bitte gerne anhalten. Oder immer wieder zurueckspulen. Wenn es doch nur eine Fernbedienung fuer so was gaebe. Aber das waer wohl auch langweilig. Irgendwann. Irgendwann. Irgendwann. Rest der Woche: Mit viel mehr als einem Museumsbesuch und einem kleinen Bootsausflug kann ich diese Woche leider tatsaechlich nicht dienen, weil es heisst: Arbeiten, Arbeiten, Arbeiten=$$$. Und davon brauche ich so viele es nur geht fuer meinen letzten Monat hier. Fuer viele tolle Stories die ich dann wieder woechentlich berichten werde. Den Eintrag kann ich ueberigens morgen erst online stellen, da immer nur einer ins Internet kann und es heute Abend von Cameron fuer dubiose Zwecke und Downloads den ganzen Abend belegt sein wird. Endlich mal eine Entschuldigung die ich mir nicht aus den Fingern sauge und vor allem die ich nicht selbst verschulde. So und jetzt gehe ich um 9 Uhr schell ins Bett um vielleicht schnell noch eine halbe Stunde Schlaf kriege bevor es wieder heisst: Ramba Zamba mit Muskitos, Electro, Oropax und Platzangst.
11.2.09 04:37


Woche 23-22: 19.1-29.1

Vorwort: Ich muss etwas gestehen. Euch und mir. Alle Entschuldigungen meiner verspaeteten Blogeintraege scheinen alle nicht der wahre Grund fuer eine derartige Schluderigkeit zu sein. Das langsame Internet, die Kosten, der Aufwand, die lauten Internetcafes etc, alles Vorwaende. Ich habe hier einen nigel nagel neuen Applecomputer stehen, ein ruhiges Zimmer, kann eigentlich jederzeit schreiben und doch ist auch dieser Eintrag wieder ein Nachzuegler. Nun gut, ich gebe zu, die 10-Tages Spanne passt mir im Moment ganz gut, weil wenn man arbeitet ja auch lange nicht so viel erlebt wie wenn man reist (koennte man denken). Es ist nur eben einfach so, dass es eine Art Pflicht ist der ich mit einer gewissen Regelmaessigkeit nachkommen muss (oder tief in mir drin auch will). Pflichten werden so laestig wenn man nur noch so wenige hat, das man selbst diese vernachlaessigt. Bei all der Zeit findet man eben die wenigste fuer Dinge, die man gewoehnlich zwischen seine wirklichen Pflichten quetschen muesste. Sport? Zu heiss. Fotos sortieren und benennen? Lieber an den Strand? Surfen? Zu schlapp. Ausfluege? Zu teuer. Ich habe schon oefter bemerkt, je mehr Zeit man hat, desto weniger kriegt man geschafft. Vielleicht sind dies aber auch nur wieder weitere Ausreden fuer tiefer phsychologische Gruende. Aber das wird mir jetzt zu anstrengend. Zum Glueck ist Geld verdienen und Strand trotzdem ein ziemlich angenehmer Lifestyle. Viech der Woche: Nachdem sich die ganze Woche nichts und niemand blicken lassen wollte, war ich kurz davor fuer den Rest meiner Zeit im Haus der offenen Tuer, das Hausviech der Woche zu bennen. Um mal alle Spannung im vorraus zunichte zu machen: Die sagenhafte Riesenspinne haelt sich brav im Hintergrund. Bin sowie so nicht so erpicht darauf ihr ueber den Weg zu laufen (vor allem wenn ich durch den verwilderten Garten zur Hintertuer kriechen muss, wenn der unwahrscheinliche und seltene Fall eintritt, dass die Tuere doch mal verschlossen ist). Alles was ich sah war die bis jetzt groesste Kakaerlake aller Zeiten (aber das Thema wird selbst mir langsam etwas langweilig) und eine Heuschrecke so gross wie ein Maennerzeigefinger. (Die einzige adaequate Groessenvergleich der mir in den Sinn kommen will) Mit ein paar lustigen Worten dekoriert haette das fuer diesen Blog vielleicht ausgereicht. Dann kam mir aber ein Ausflug ins australische Hinterland zu Hilfe: Ueber Nacht ging es in das Ferienhaus einer Freundin miener ehemaligen Mitbewohnerin aus Port Douglas. Auf dem Rueckweg von einem Pferdeausflug, von dem ich spaeter noch kurz berichten werde, gab es dann gleich zwei wirkliche Viecher der Woche, die mir im Abstand von ungefaehr 500 Metern auf dem Strassenasphalt serviert wurden. Das erste war ein Wesen, mausetot und ungefaehr so gross wie ein Schaeferhund. Es sah aus wie eine Mischung aus Koalabaer und riesen Steiftier und nennt, oder in diesem Fall nannte, sich laut meiner Mitfahrerinnen wohl Wombat. Ich war einfach nur froh dass es kein Koala war. A, weil ich den tot eines Koalas nur schwerlich verkraften koennte und B, weil es einfach ein Mutantenkoala gewesen waere. Das zweite Viech war allerdings definitiv ein Mutant. Ein Mutantnegecko naemlich, von der Groesse eines Viertklaesslers (ich sage mal, 1.50m von Zungenspitze bis Schanzende-vielleicht also eher ein Zweitklaessler). Alle beiden wurden natuerlich photografisch festgehalten und dokumentiert. Hochladen werde ich einen toten Mutantenkoala und einen zweitklaesslergrossen Riesengecko jedenfalls nicht. Das waer dann doch etwas zu gruselig in meinem Fotoarchiev auf Facebook anzusehen. Investition der Woche: 11$ fuer Sushi. Und da habe ich mir mal was gegoennt, zum Abschied meiner Freundin Szylvie. Sonst ist es hier definitiv die sparsamste Phase meines Australienaufenthaltes: Keine Miete, kaum Geld fuer Essen (weil ich bei meiner Arbeit soviel essen kann wie ich will-so wie es sich auch gehoert), kaum Aktivitaeten. Jeden Cent will ich sparen fuer den letzten Monat meines Reisens, der in 19 Tagen wieder beginnen wird. Noch 19 Tage arbeiten, noch 19 Tage in immer im gleichen Bett aufwachen. Noch 19 Tage ohne meine Schwester und beste Freundin (die mich ueberrascht hat und mit meiner Schwester auf einen Besuch ins Land der Traeume vorbei kommt). Noch 19 Tage sparen was das Zeug haelt. Gefuehlt werden es wohl 7 sein, das die Zeitnoch schneller umgeht als sonst. gut weil meine Liebsten dann schneller hier sind, schlecht weil es sich noch schneller dem Ende zuneigt. Alle Versuche die Zeit zu verlangsamen sind jedenfalls gescheitert. Ich hoffe es gelingt mir dann in 19 Tagen. Beobachtung der Woche: Wenn man nicht sehr genau hinsieht wird man schon merken worum sich meine Beobachtungen hier so drehen. Zeit Zeit Zeit. Anfangs habe ich mich immer auf den Tag gefreut, an dem ich dann in den Flieger steige und nach Hause fliege. Das tue ich auch immer noch. Alles worauf ich mich allerdings freue sind meine Familie und Freunde. Sonst habe ich wenn ich ehrlich bin fast ein wenig Angst davor. Weniger Angst davor alles koennte ich sich veraendert haben waehrend ich weg war, eher davor alles koennte noch genau so sein wie es war. Ich habe mich naemlich veraendert. Passe ich noch rein in mein altes Leben? Wenn ich jetzt schon Schwierigkeiten habe die "Pflicht" des Blogschreibens zu erfuellen, wie ist es dann, wenn ich wahre Pflichten erfuellen muss? Was mache ich in der einen Woche in meinem alten Leben, bevor ich wieder auffbreche in ein Neues? Eins weiss ich jedenfalls: Der Reisende in mir ist zum Leben erwacht und hat sichs so richtig gemuetlich gemacht in meinem Herzen und meinem Ohr, er wird sich bemerkbar machen und nicht zur Ruhe kommen. Und das ist gut so. Er ist herzlich willkommen und er wird bleiben. Vielleicht sollte ich ihm einen Namen geben? Ort der Woche: Der Ort des seltsamsten Sonnenbades meines Lebens. Es trug sich folgendermassen zu: Der Abschiedabend von Szylvie fand im Ferienhaus ihrer Freundin statt. Wir waren also fuer 1 1/2 Stunden dem Highway Richtung Sueden gefolgt und kamen schliesslich in einem wunderschoenen, barrock eingerichteten Sommerhaus mit goldenen Wasserhaehnen an. Nachdem der Abend ausgiebig mit Wein unter Weinreben begossen worden war, wollten die beiden Maeldels am naechsten Morgen Reiten gehen. Ich fuehlte mich zu alt und arm fuers Ponyreiten, hatte schlichtweg keine Lust fuer so eine Zeitverschwendung mein hart erspartes Geld auszugeben (ich uebertreibe absichtlich, um dem moeglicherweise pferdebegeisterten Leser meinen Standpunkt aufzudraengen). Mitten in der Pampa Australiens befand sich also ein Reiterhof. Alles sehr skurril. Ungefaher 50 Quadratkilometer, 5000 Fliegen, 10 Pferde, 2 Gebaeude so gross wie das Pentagon, eines davon eine Bauruine, das andere mindestens genauso gruselig. Der perfekte Ort fuer einen Horrorfilm. Nachdem die einzige Person auf dem ganzen "Gehoeft" (so nennt man solche Orte, richtig?)mit meinen beiden Freunden abgezischt war, stand ich also mutterseelen allein, mitten in diesem vorherig beschriebenden Oertlichkeit. Verrueckterweise befand sich in dieser wuestenaehnlichen Einoede ein See. Es war ein richtiger See, nicht irgendein Wasserloch. Da die Besitzerin mir vorher gesagt hatte ich koenne darin schwimmen, macht ich mich also auf den Weg zu der so idyllisch wirkenden Wasserpfuetze, vorbei an 7 frei grasenden Pferden umgeben von 5000 Fliegen. In das Wasserloch wollte ich trotz der 40 Grad doch nicht mehr springen, vielleicht war es ja ein ganz gerissender Trick die wenigen anreisenden Touris dazu zu kriegen sich halb nackt auszuziehen um dann von einem garantiert in dem See hausenden Monster gefressen zu werden. Ich belies es dann dabei mich halbnackt auf eine der abgewrackten Sonnenstuehle zu legen, die skurriler Weise am Uferrand standen. Nach ziemlich ganu 5 Minuten wurde mir die Sache zu bunt, heiss und summend. Nachdem ich noch einen kurzen Blick in die Bauruine gewrofen hatte, mir dabei unheimlich mutig vorkam, bemerkt ich erstmal, wie leise es mitten in der Pampa ist, und wieviele Geraeusche man selber eigentlich so macht. Das ich unglaublich laut schlucken kann, war mir vorher schon klar, aber auch jedes andere Gerausch lies mich nervoes zusammenzucken und dann wenig spaeter realisieren, dass ich das Gerausch selbst verursacht hatte. Dies also meine erste Nahwuesten-Erfahrung. Die Geschichte hat auch ein Happy Ending. Keine Massenmoerder, Schlangenbisse ohne Hilfe in Sicht, oder Monster im See, sondern einfach nur ein Rueckweg mit einem Mutantenkoala und Riesengecko. Erfahrung der Woche: Wenn man Geld braucht macht acht man wirklich jeden Job. Da es die ersten tage recht schwierig war hier in Manly einen neuen Job zu finden, den ich ja nun mal mehr als schnell brauchte, nahm ich erstmal jeden Job an den ich kriegen konnte. Darunter eben auch der, den kein Maedchen mit etwas Selbstwertgefuehl machen sollte. Es war eines dieser Lokale, bei denen Leute auf der Strasse stehen und jeden Passanten mit dubiosen Spruechen anzulocken versuchen. Schenkt man diesen Leuten auch nur einen Blick hat man schon verloren und verendet klaeglich mit einem fettigen, ueberteuerten Frass vor sich, das nicht nur jeden cent nicht wert ist, sondern einem wahrscheinlich noch nach 2 Wochen Magengrummeln beschert. Den Job als Kellnerin in einem solchen Schuppen hatte ich mehr als schnell und wurde wortwoertlich mit Kuesschen empfangen. Alles halb so wild, immer auf die Gaeste konzentrieren und an das Geld denken, was man fuer Haitauchen oder Fallschirmspringen ausgeben wird. (Ein weiter Weg bei 11$ die Stunde).Am 2. Tag sollte auch ich mich dann mit dem Menue an die Tuer stellen und Leute zu ihrem Pech zwingen. Ich kann genau sagen wieviele ich ansprach: 0. Den Job war ich nach einem Tag los, warum will ich gar nicht wissen. Zum Glueck kriegte ich am naechsten Tag den Anruf meines neuen Chefs, fuer meinen neuen Job in einem super schoenen italienischen Cafe (16 $ die Stunde, am Wochenende sogar 21$), wo das Essen umsonst ist, jedes Getraenk was man trinken will nicht 2 $ kostet, die Gaeste nett sind und die Kollegen auch. Zum Glueck. Mit einem Job wie dem vorherigen wird man garantiert super geizig, weil man alles was man sich kaufen will und auch muss, in Stunden umrechnet, die man sich quaelen musste. Und dann verhungert man lieber, als sich fuer 3 Dollar ein Abendessen zu kaufen. Rest der Woche: In den letzten 10 tagen ist natuerlich sehr wohl einiges passiert und es wuerde sich durchaus lohnen alle 7 zu schreiben, aber das Thema haben wir ja jetzt durch. Am Anfang der Woche trennten sich erstmal die Wege von Birte und mir. Beziehungsweise ihrer fuehrte ploetzlich schnurstraks nach Melbourne. Ohne weiter auf die Hintergruende eingehen zu koennenwar dies also ein weiterer Abschied auf der Reiseliste. Abschied auf raten jedenfalls, weil wir uns in Melbourne dann wieder sehen und von dort aus vielleicht wieder gemeinsam weiterreisen. Dann bekam ich das Angebot des neuen Bekannten (Der Kameramann der mir auch schon beim Umzug geholfen hatte) ihn zum "Big Day Out", Australiens groessten Festivals zu begleiten und sein Kameraassistent zu sein, beziehungsweise mit seinen qualitativ mehr als hochwertigen Kameralinsen ein paar Fotos zu schiessen und nebenbei umsonst das Festival zu besuchen. 2 Haken: 1. Ich musste um 5 in dem schaebigen Lokal arbeiten, 2. war ich mir nicht ganz sicher, ob dr gute Herr nicht ein wenig mehr erwartete als nur ein paar gelungene Schnappschuesse. Was macht man, wenn man trotzdem serh gerne mitgehen, aber den anderen nicht egoistsich ausnutzen will? Ich in meinem Fall habe fair wie ich bin, die Fronten geklaert. Und dann einen netten Tag mit Fotografieren verbracht. Ausserdem stand noch der Australia Day an, Australias groesster Feiertag (viel Asutraliens groesste Events fuer mich also. Um auch mal ein bisschen geschichtliche Information in diese Eintrage zu bringen musste ich online recherchieren, warum dieser tag an diesem Datum ueberhaupt celebriert wird, weil kein Aussi mir das sagen konnte. Es ist so: Er erinnert an die Ankunft der First Fleet in Sydney Cove am 26. Januar 1788. So. Bitte schoen. MIt diesem Wissen werde ich jetzt so richtig angeben hier vor den Einheimischen). Den verbrachte ich aber glueckseelig arbeitent in meinem kleinen italienischen Cafe. Auf dem Rueckweg wurde ich dann noch von ein paar Mitte 40 jaehrigen Aussis angesprochen und als ich erzaehlte ich haette gearbeitet, liessen sie nicht davin ab, dass ich zumindest einen Drink mit ihnen trinken muesse. Das wollte ich dann auch tun, kam aber wegen meiner Milch und Aepfel nicht in den Laden rein. Sehr strikte Einlasskontrollen hier. Sonst wurde ich noch Zeugin meines heissetsen Tag meines Lebens. Letzten Samsatg war es so heiss, dass man es nicht mal im Schatten aushielt. In der Sonne fuehlte es sich an, als laege man in einer Pfanne und wuerde gebraten, kontinuierlich jedenfalls fuehlte es sich an, als ginge jemand mit einem Foen in der Hand stets neben einem, um einem damit ins Gesicht zu blasen. Aber auch jetzt noch fuehlt es sich an, als wuerde ich eigentlich in Sydneys oeffentlichen Sauna arbeiten, die sich als italienisches Cafe verkleidet hat. Nur wuerde ich in einer Sauna nicht in einem schwarzen Hemd mit hochgekrempelten Armen gehen und die ganze Zeit ganz schnell rumlaufen und Leute mit Cafe und Leckerein versorgen, sondern mich wohl eher apathisch in eine Ecke legen. Gestern war es doch tatsaechlich so heiss, dass der Asphalt so weich wurde, dass ein Motorrad was direkt neben dem Cafe stand umfiel, weil der Staender in die geschmolzende Strasse eingesunken war. So heiss ist es also. Ein sehr gelungenes Beispiel. Der Hitzehund aus Port Douglas ist also wieder da. Ich glaube ich gehe jetzt ins klimatisierte Nationalmuseum. Bis in die Innenstadt ist es jedoch ein weiter Weg. Und der Strand ist so nah. Ich werde ihn besiegen den Hitzehund. Wenigstens heute mal.
31.1.09 01:42


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