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Woche 12: 10.11-17.11.2008

Viech der Woche: Diesmal fangen wir dann mal direkt mit dem naheliegensten an: der Kiwi. Hiermit ist nicht nur das vom aussterben bedrohte, Voegelchen gemeint, dass hier in staendiger Angst vor Hunden, anderen Tieren und selbstverstaendlich dem Menschen sein Dasein fristet, nein damit bezeichnet man durchaus auch das letzt genannte Lebewesen, dass hier in verhaeltnismaessig geringer Anzahl Unterschlupf findet. Ueber Mensch und Tier kann ich leider nach einer Woche noch kein Aussage machen, die ich dann in die Welt posaunen sollte. Den Vogel habe ich einfach noch nicht gesehen (ich will nicht hoffen ihn hat doch schon das geistliche gesegnet) und ueber den Schlag Mensch will ich hier unter Vorbehalt erstmal 2 Statements festhalten: 1. Sie sind ebenfalls sehr trinkfest. (Ein Vergleich mit Australiern ist selbstverstaendlich in Arbeit.) 2. Hier heisst es nicht "No worries", hier heisst es: "Shit happens" . Das konnte ich jedenfalls in den ersten 2 Tagen meiner Busrundreise beobachten, als ich morgens an der Bushaltestelle in meinen gebuchten Bus einsteigen wollte, aber irgendwer irgendwas verplant hatte und der Fahrer mich und 3 weitere Ungluecksraben einfach an der Bushaltestelle zuruecklies um erstmal alle anderen abzuholen, das wiederum aber nur mit "isn't that sweet" kommentierte. Zum Glueck kam er wieder und nahm uns mit, sodass wir nicht 2 weitere Naechte in Auckland, bei horrenden Hostelpreisen auf den naechsten Bus warten mussten. Damit noch nicht genug musste ich feststellen, dass ich Fahrzeuge aller Art scheinbar rein durch mir nicht bekannte Kraefte, dazu bringe liegen zu bleiben. Oder ist es tatsaechlich nur ein Zufall, dass ich mich zu einem solchen Zeitpunkt schon wieder in einem befand? Ich erspare jedem Interessierten mal die Einzelheiten, das es nicht viel zu erleben gab. Eine Wiese mitten im Nirgendwo, an einer Strasse. Statt eines bekannten Strandes mit Grotte und kristallklarem Wasser. Man versuchte also dem "Shit happens" mit "No worries" entgegenzuwirken und spielte 2 1/2 Stunden Frisbee. Nach vielen sehr schlechten Witzen darueber, die das ganze nicht abschwaechten sondern eher schlimmer machten, konnte ich mich jedenfalls von jeglicher Teilschuld durch reine Anwesenheit befreien, weil der Fahrer es morgens schaffte sich einen Platten einzufangen als er auf dem Weg war uns abzuholen. 2 1/2 Stunden warten war angesagt. Und einige "Shit happens". Verpasst haben wir heute wenigstens keine Grotte mit Strand und Meer. Dennoch verursachte die Verspaetung einen Stress im Tagesplan, der dann ploetlich mit "No worries-we'll somehow make it" entschuldigt wurde.  

Investition der Woche: 85 $ fuer ein kulturelles Erlebnis mit den Ureinwohnern Nueseelands, den Maori. Durch sie hat Neuseeland weitesgehend Namen, vor allem eben Staedtenamen, die fuer einen normalen Menschen kaum auszusprechen sind. Auch schreiben wollte ich sie nicht, aus Angst mir selbst dabei die Zunge zu brechen. Bei Musik, Tanz, Geschrei und auf heissen Felsen bereitetem Essen, investierte ich hiermit jedenfalls mal nicht in eine Adrenalintreibende Sportart, sondern lernte tatasaechlich mal etwas. Das Dilemma: Jetzt habe ich so viel Wissen ueber die Maoris, dass ich es nicht alles in einen Blogeintrag quetschen will. Die Investition war wohl dennoch besser fuer mein Gewissen als fuer mein Langzeitgedaechnis, einen netten Abend bescherte es mir alle Mal.

 Beobachtung der Woche: Hat jemand nicht aufgepasst und will nun wissen wo ich bin kann ich helfend zur Seite springen und hier erwaehnen, dass es Neuseeland ist. Will sich jemand gar vorstellen wo ich bin, kann ich auch hier ganz leicht Abhilfe schaffen: Man stelle sich einfach Neuseeland vor, so wie man es sich eben einfach vorstellt. Und zack hat man ein perfektes Bild von dem Ort, an dem ich gerade herumreise. Esn ist fast unglaubwuerdig wie gruen es hier ist und wie sehr hier alles nach einem Herr der Ringe Filmdreh schreit. Sehr gute Wahl Herr Jackson. Mit einem sogenannten Hopp On-Hopp Off Bus bereise ich in viel zu kurzer Zeit, ein viel zu grosses Land (gut es ist nicht sehr gross, aber die Zeit ist viel zu kurz). Erschwerend kommt auch noch hinzu, dass dieses Busunternehmen leider nicht wirklich haelt was es verspricht. Es bringt einen zwar zu den wichtigesten Plaetzen hier auf den gruenen Inseln, nicht aber ohne die gesamte Gruppe dabei ueber Umwege immer wieder bei verschiedenen Aktivitaeten abzusetzen, wo dann die gesamte Gruppe auf die 2-3 reichen Backpacker warten muss, die sich fuer 30 Sekunden Spass, eine halbe bis ganze Stunde irgendwofuer anstellen. Damit nicht genug wurde ich doch gestern tatsaechlich dazu genoetigt mir anzusehen, wie ein aeusserst unlustiges Exemplar eines Kiwis ein Schaf schehrte und nebenbei noch einen Haufen uninteressantes Zeug ueber Schafe erzaehlte (zugegebender Massen ist es sicher nicht einfach dieses zu tun, aber wenn nur ein Haufen Chinesen zugegen ist, sinken wohl auch noch die Ansprueche, denn wenn staendig jemand kickert, warum sollte man sich dann bemuehen?). Der ganze Spass kostete mich 13 Dollar und ich nahm aus reinem Gruppenzwang teil und weil ich sonst, wie der Busfahrer mir offenbarte, im Regen auf die anderen Gruppen warten muesse. Schlichtend muss ich jetzt wohl mal erwaehnen, dass die Kiwis wirklich nett sind (ausser eben mein Busfahrer). Als ich bei der Einreise mit 4.5 Kilo zu viel am Flughafen stand, hat mir die nette Stewardess naemlich nicht die 15 $ abgeknoepft. Vielleicht lag es auch an der mitleidserweckenden Aussage, dass icheinfach was wegschmeissen muesse, da ich auf keinen Fall Uebergewicht zaehlen koenne. (das ich damit immer noch geklautes Essen aus dem OTZ meinte, naemlich ein Glas Honig, das eigentlich fuer meine Eltern war und zwei Tupperdosen feinstes Muesli, lies ich natuerlich gekonnt unter den Tisch fallen.) Meine naechsten 20 Fruehstuecke also gesichert stieg ich in den Flieger ein, wo ich alsbald ein Video gezeigt bekam, was mit Leuten passierte, die Essen nach Neuseeland einfuehrten. Ich bekam so eine Angst vorm Knast, dass ich gleich auf neuseelaendischem Boden angekommen, mehr oder weniger mit meinen Leckereien zum Zoll rannte, um ihnen mein Diebesgut auszuhandeln. Die waren unglaublich nett, hiessen mich erstmal herzlichst Willkommen in ihrem Land und plauderten recht ausgelassen mit mir, sodass schon bald die Angst der Vorfreude auf ihr Land wich. Jetzt bleibt nur noch zu hoffen, dass der naechste Busfahrer etwas kompententer ist und die Aktivitaeten auf unserem Weg weniger werden.

Ort der Woche: Ein Mangrovenwald. Die beste Joggingstrecke meines Lebens fuehrte mich in Pahia (im Norden der Norinsel) ersteinmal am Strand entlang. Wie eigentlich jedesmal an einem neuen Ort war ich einfach so drauf losgelaufen. Nach ca 20 Minuten kam ich zu einem Schild, das einem den Weg zu einem 5 km Walk wies, der bei einem Wasserfall enden sollte. Warum nicht aus dem Walk einen Run machen, dachte ich mir und joggte los. Ein einziges Bergauf, Bergab machte die ganze Sache zu einem richtigen Workout, nicht zu wissen wie lang ich noch laufen musste, mich ein wenig unsicher. Immer wieder taten sich hinter der naechsten Kurve weiter Pfade auf. Bis schliesslich hinter einer Kurve ein wunderschoner Mangrovenwald erschien. Ueber Holzstege lief ich durch die bizarren Schatten der knorrigen Baume und genoss die schoenste Landschaft bei bester Musik. Schliesslich kam ich dann am Wasserfall an, der diesen Wald nicht mehr toppen konnte und stellte fest, dass es One Way 5km waren ich also nicht nur weitere 5 km vor mir hatte, sondern auch noch die 20 Minuten die ich vorher schon gelaufen war. Dennoch bleibe ich bei der Behauptung, das Joggen immer noch der beste Weg ist eine neue, unbekannte Gegend zu erkunden.

Erfahrung der Woche: Das diese Erfahrung eine werden wuerde, war Birte und mir von Anfang an klar. Nachdem wir unser Glueck einen "Lift" nach Sydney von Byron Bay, an genau unserem Datum fanden, kaum fassen konnte, wich die Freude schnell einer Skepsis, die wir auch bis sum Schluss nicht ablegen konnten. Der Fahrer bot uns naemlichnicht nur einen Lift sondern auch noch eine Pille LCD an, die wir natuerlich dankend ablehnten. Am naechsten Morgen waren dann die STimmen unserer Muetter  in unseren Ohren so laut, dass wir uns tatsaechlich noch nach einem Greyhound erkundigten. Dann fanden wir raus,dass der aber doppelt so teuer sein wuerde und beschlossen es zu wagen, mit dem verrueckten Deutschen zu fahren, der einen Smilie auf seinen Hinterkopf gefaerbt hatte, ebenso wie seine Fussnaegel, die in den buntesten Farben jedem Pfau ernsthaft Konkurrenz gemacht haetten. Wir setzten uns also auf die quer verlaufende Rueckbank des 4 Wheeldrives, die keineswegs bequem war und hofften instaendig das schon allles gut gehen wuerde. Birte konnte kaum gerade sitzen und ich las aus Nervositaet mal eben "Die Welle" durch, damit ich moeglichst wenig von allem mitbekam. Der gte Herr schien eine sehr ausgepraegte soziale Ader zu haben, da er nicht nur dem Wagen vor uns, der mit seinem Anhaenger im Graben landete (warum auch immer, ich war sehr in mein BUch vertieft) unbedingt helfen wollte (obwohl Birte und ich auf unseren illegalen Sitzen darauf bestanden nicht unbedingt auf die Polizei zu warten), sondern auch spaeter noch unbedingt zwei Tramper in die Karre quetschen musste (wo wirklich kein Platz mehr war) weil er sie ja nicht auf der Strasse stehen lassen konnte. Ich sties mir wegen meiner nun noch unbequemeren Sitzposition so derartig den Kopf, dass ich mit Uebelkeit und Ohnmacht kaempfend, auch gar nicht mehr schlimm fand, als alle Insassen ausser Birte natuerlich) auch noch anfingen zu dealen. Die beiden Jungs (es fuhr ein weiterer Deutscher mit) schafften es dann auch tatsaechlich noch den letzten Rest der Reise zum Flughafen ausschliesslich ueber Drogen zu reden (13 Stunden am Stueck). Als wir dann das Auto endlich sicher verlassen konnten (mein Kopf war voellig verbeult, aber was macht man nicht alles wenn man 80 Doller Sparen kann). Ich bin heil froh, dass aus diesem Trip nicht wirklich noch eine Erfahrung wurde die uns lehren sollte, sondern einfach nur eine total abgefahrene Autofahrt, die zum Glueck ein gutes Ende nahm.

Rest der Woche:  Da mal wieder die Zeit fuers Internet knapp wird und mein Geld eben auch, will ich hier nun schnell zusammenfassend berichten, dass es mir sehr gut geht hier. Von alleine reisen ist nicht die Reden, ich habe sogar 2 Freundinnen von den Whitsunday Islands wieder getroffend ie den gleichen Bustrip machen wie ich, sonst aber auch schon viele nette Bekanntschaften gemacht. Alleine ist man nie, ausser man will es natuerlich so. Neuseeland haelt noch viele vermeindlich tolle Sachen fuer mich bereit, so zum Beispiel morgen eine 8 stuendige Wanderung durch einen National Park (Tongariro Corssing-auch hier wurden Teile vom herr der Ringe gedreht). Krank wurde ich durch die Wetterumstellung (hier ist es vergleichsweise SAU kalt) natuerlich auch erstmal, aber nicht so krank, dass ich haette im Bett bleiben muessen. Oder in einer Haengematte. Uralub ist das jedenfalls trotzdem nicht, jeden Morgen auschecken und Koffer packen wird einem langsam doch auch etwas viel. Aber bald habe ich auch mal 2 Naechte an einem Ort. Das wird herrlich.

Ach, ich habe zum allgemeinen Amusement mal mein Skydive Video hochgeladen! Hier der Link:

http://de.youtube.com/my_videos?pi=0&ps=20&sf=added&sa=0&sq=%3Cobject%20width%3D%22425%22%20height%3D%22350%22%3E%20%3Cparam%20name%3D%22movie%22%20value%3D%22http%3A%2F%2Fwww.youtube.com%2Fv%2FX5mEP-z1eN4%22%3E%20%3C%2Fparam%3E%20%3Cembed%20src%3D%22http%3A%2F%2Fwww.youtube.com%2Fv%2FX5mEP-z1eN4%22%20type%3D%22application%2Fx-shockwave-flash%22%20width%3D%22425%22%20height%3D%22350%22%3E%20%3C%2Fembed%3E%20%3C%2Fobject%3E&dm=1

 

17.11.08 19:41


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Woche 11: 1.11-9.11

Viech der Woche: Das Viech der Woche war mir schon vorher in diesem Land das ein oder andere Mal ueber den Weg gehuscht. Das war dann aber stets auf einem der unzaehligen Buschwalks durch den Regenwald, wo man jedes Mal wie angwurzelt stehen blieb, moeglichst geraeuschlos seine Kamera aus seiner Tasche herauskramte, um dann ein mehr schlechtes als rechtes Foto von ihm zu schiessen. Hier in Byron Bay in dem Hostel das sich Arts Factory Lodge nennt, recht teuer ist, mir aber von so vielen Leuten empfohlen wurde, dass Birte und ich es uns fuer unsere letzten gemeinsamen Tage noch mal goennen wollten, laeuft dieses Viech nicht weg. Nein es posiert mehr oder weniger fuer einen, wenn es nicht gerade neben einen chillt, waehrend man selbst mit seinem Fruehstueckstee in der Haengematte liegt und ein paar Seiten lesen will. Die Rede ist hier von einer Echse. Einer Echse von imposanter Groesse wie ich finde. Eine Ratte waere dagegen mit David (dem von Goliath) zu vergleichen. Dieses Hostel wimmelt jedenfalls nur so von Tieren, was man sicherlich auf der Proseite des Hostels verbuchen koennte (Naturverbundenheit und so) wenn man wollte. Man kann sich denken, dass ich das nicht will. Spinnen, Wombats und und Echsen zaehle ich eben nach wie vor eher ungern zu meinen Nachbarn.

Investition der Woche: Ein Busticket fuer die Kiwiexperience Bustour. Einem Hopp on-Hopp off Bus, der mich ab dem 11.11 (jootes Datum) ueber beide Teile der "Gruenen Insel" karren wird. Dicht gefolgt von einem Flugticket nach Auckland und wieder zurueck nach Sydeny. Noch dichter gefolgt von einem schlechten Gewissen, naemlich dem Wissen, dass mein Geld fuer diese Exkursion nicht reichen wird. Ist es unvernuenftiger Geld auszugeben was man erst wieder nach der Rueckkehr verdienen kann und wird, oder ist es unvernuenftiger etwas nicht zu machen, was jetzt gerade so nah und so vielversprechend ist? Die Investition ist getaetigt und ich denke das Geld ist gut angelegt. Dennoch gut zu wissen, das meine Zukunft nicht in der Finanzwelt liegt, sondern in der Werbung, wo ja bekanntlich mit Geld nur so um sich geschmissen wird.

Beobachtung der Woche: Birte und ich ziehen das Glueck an. Denn es folgt uns auf Schritt und Tritt. Nachdem wir Rainbow Beach verlassen hatten, wartete Noosa auf uns. Abends gab es ein aeusserst postives Telefonat mit meiner Agentur zu feiern. Da unsere Jungs (Phil&Tayler(der Kanadier)) keine Lust hatten auszugehen, gings mit Birte ins naechtsgelegene Koalas Hostel wo schon ausgiebig Halloween gefeiert wurde. Kurz darauf lernten wir auch schon eine Gruppe von Brisbanern kennen, die uns am naechsten Tag schoen mit auf eine Bootstour zu einem einsamen Strand mitnahmen, den wir dann mit den frischsten und leckersten Krabben unseres Lebens und einigen Coronas und Limetten in vollsten Zuegen und Schluecken genossen. Nach Noosa gings dann nach Surfers Paradiese, wo schon die naechsten aeusserst sympatischen Leute auf uns warteten. Taylers Freunde, mit denen er ab jetzt ein Appartment teilen wuerde. Und mit uns fuer die naechsten 3 Naechte. Wir lernten von einem der Jungs (fast alle von ihnen haben schon mehr oder weniger eine Weltreise hinter sich) Capoeira, Salsa und Angeln. Ich kann nicht behaupten ich koennte jetzt Angeln, weil einen Fisch fing ich nicht (der Ergeiz ist aber geweckt) und um Capoeira und Salsa zu beherrschen braeuchte es wohl noch ein paar weiter Einheiten, aber dennoch ist es doch verwunderlich was man auf so einer Reise alles lernt, womit man in Kontakt kommt und worueber man anfaengt nachzudenken. Reisen veraendert einen und eroeffnet einen Zugang zu einer ganz neuen Welt und Sichtweise. Eine Erfahrung die goldwert ist, auch wenn sie einen dazu bringt aus einem Flugzeug zu springen, sich seine seit Ewigkeiten langen Haare abschneiden zu lassen, oder einen Haschcookie zu probieren (der einfach nur unglaublich muede macht - langweilig.)  Oder eben gerade deswegen.

Ort der Woche: Der Strand von Byron Bay. Neben mir ein Surfbrett, ein Typ mit Gitarre der Jack Johnson erstaunlich aehnlich klingt, die Sonne auf meinem Bauch, die Arme muede vom surfen. Die Erfuellung des Bildes was ich von Australien hatte. Und es fuehlt sich mindestens genau so gut an wie ich es mir vorgestellt hatte.

Erfahrung der Woche: No risk no fun. Es stimmt. Klar, jetzt wo ich weiss, dass alles ein gutes Ende genommen hat, ich nicht gekuendigt wurde und nun zwar 4 Monate spaeter, dafuer aber arbeitslos in mein Heimatsland zurueckkehren muss, kann ich das leicht sagen. Aber die Erfahrung bestand ja aus dem Prozess. Und ich kann nur sagen, ich haette mir in den Allerwertesten gebissen (irgendwie haette ich das hingekriegt, vielleicht mit Hilfe von meinen Capoeira Grundkenntnissen) haette ich nicht gefragt. Fragen haette hier was kosten koennen, hat es aber nicht. Eine so verstaendnisvolle Antwort haette ich nie erwartet. Es ist eine schoene Erfahrung, denn scheinbar wissen auch Menschen in hoeheren Positionen was Reisen bedeuted und wie wichtig es fuer einen ist. Man reist mehrere hunderte Kilometer, an 1000 Orte, braucht dafuer viel Zeit und am Ende findet man sich selber. Ein schoener Weg um an ein schoenes Ziel zu kommen.

Rest der Woche: Wie man aus meinen schnulzigen Beschreibungen weiter oben wohl leicht erkennen kann, liegt eine weitere wundervolle Woche hinter mir. Uns. Was seit vorgestern Birte und ich heisst, ab uebermorgen nur noch ich. Phil und Sir Rocket haben uns in Byron Bay abgesetzt und sind auf dem Weg nach Sueden. Jetzt beginnt wieder ein neuer Teil. Ein anderer. Heute ist mein vorerst letzter Tag mit Birte. Das gehoert leider auch zu einem grossen Teil dazu. Die Zeit rast und man muss staendig Leuten, die einem schnell ans Herz wachsen, wieder auf Wiedersehen sagen. Auf Wiedersehen. Denn meine naechsten Jahre Urlaub sind fast schon verplant moechte ich meinen. Mit freier Unterkunft und Einheimischen-Rundfuehrungen in fast allen Teilen der Welt. Jetzt steht also eine weiter Abschiedsparty an. Vielleicht sind diese auch der Grund, dass man jeden 2. Tag ausgeht und zwar mit allem was dazu gehoert. Den Kater hat man sich da zwangslaeufig einfach abgewoehnt. Zum Glueck gibt es aber genau so viele Willkommens(oder Kennenlern)Partys wie Abschiedspartys und zum Glueck machen beide Spass. Weil man eben doch immer irgendwie glaubt man sieht sich immer 2 mal im Leben. Mindestens.

9.11.08 02:54


Woche 10: 26.10-31.10

Viech der Woche: Nachdem es Zeiten gab, wo ich Moskitos oder auf Toiletten lebende Kakerlaken zum Viech der Woche kueren musste, kann ich mich dieses Mal nicht entscheiden. Fangen wir mal mit dem Dingo an. Er lebt auf Fraser Island, wo wir einen 2 Naechte und 3 Tage langen Adventure Urlaub mit Camping verbrachten. Sagen wir er ist eine Mischung aus einem Fuchs (nur duemmer) einer fiesen Kampftoele (egal welche, vielleicht auch allen) und einem aeusserst agressiven Strassenkoeter. Das ist keineswegs uebertrieben finde ich, denn er frisst nicht nur kleine Kinder und das Abendessen unserer Zeltnachbarn, nein er hielt mich auch eine scheinbar endlose Nacht davon ab zurueck zum Zelt zu gehen und zu trinken, was ja nun mal ein menschliches Grundbeduerfnis ist, nach einem versoffenen Abend umso mehr. Desweiteren konnte ich auch nicht mal eben hinter einem Baum verschinden um mich zu erleichtern (auch der Gewichtsaspekt des Wortes erleichtern war hier durchaus zutreffend) was auch recht unangenehm werden kann. Auch der Fotoshoot vom Sonnenuntergang am Schiffswrack konnte nicht stattfinden, da alle anderen assen und ich leider zu aengstlich. Peinlich. Aber Vorsicht ist eben die Mutter in der Porzellankiste. Und die Meinige will mich schliesslich noch mal wieder sehen, denke ich. Also lies ich es bleiben. Nicht viel erfreulicher war das zweite, bzw die drei Viecher die ich als zweites Viech der Woche kuere: Riesen Spinnen unter unseren Zelten. Gut dass wir sie erst am naechsten Morgens sahen, so stand nur eine Nacht aengstlicher, paranoider Alptraume an. So ziemlich die groessten Dinger die ich bis jetzt gesehen hab. Vielleicht giftig, vielleicht nicht. Wer weiss das schon so genau? Sehr viel erfreulicher ist das dritte Tier, bzw Paar: Auf dem Rueckweg machten wir etwas zu unserer Linken aus, das an dem ca 20 Kilometer langen, weissen Sandstrand in der Brandung luemmelte. Nachdem wir einen Felsen auschlieesen koennten, da wir eine Finne sahen, schlossen wir auch einen Wal aus, weil der zugegebnermassen sehr sehr klein haette sein muessen. Nach kurzer Zeit war also klar: Eine RIesenschildkroete. Nein zwei. UNd was die Zwei da taten kann sich nun jeder der die 5. Klasse in Bio wenigstens einmal aufgepasst hat und der sich Sonne, Strand Meer und seichtes Wasser vorstellt nun wohl denken. Kein Wunder das die Aermsten mit einer mir fuer Schildkroeten unbekannten Schnelligkeit das Weite suchten. In zwei voellig unterschiedliche Richtungen. Ich fuehle mich schuldig, vor allem weil ich auch noch Fotos von ihnen geschossen habe. Gute Actionshots...

Ort der Woche: 4.3 Kilometer ueber Rainbow Beach, aus der Perspektive eines Vogels.

Erfahrung der Woche: Eine riesen Portion Adrenalin die durch meinen Koerper rauscht wie eine Droge, die wie ich glaube noch erfunden werden muss. Dieses Gefuehl ist unbeschreiblich. Erst realisiert man es, dann geniesst man es, dann denkt man man muss schreien und umherlaufen, dann will man jeden (den man lieb hat und das ist in dem Moment jeder vom Fahrer bis zum Sprungpartner und 3 grossartigen Freunden die das mit einem geteilt haben umarmen (und tut es auch), dann laesst das Gefuehl nach und man ist voellig fertig. Schoen fertig. Wie nach drei Hockeyspielen hintereinander. Die man alle gewonnen hat. Und alle Tore geschossen hat. Und Meister geworden ist.

Investition der Woche: 300$ fuer die oben beschriebene Erfahrung. Einen Skydive. Plus 100 fuer eine Dvd davon, wie ich schreiend durch die Luefte fliege. Bei einem herrlichen Dollarkurs (Danke an den Trottel der da aus Versehen diverse Millarden irgendwo hin ueberwiesen hat)  von 2.1 Dollar fuer 1 Euro heisst das 200 Euro fuer die besten und teuersten 60 Sekunden (Freefall), nein 6 Minuten (Flugdauer) meines Lebens, die sich anfuehlen wie insgesamt 2 Minuten. Gut das ich die DVD habe. Gut das ich es dennoch NIE vergessen werde.

Beobachtung der Woche: Beobachten konnte ich diese Woche viel. Genau genommen drei Tage lang. Genauer genommen 8 Weiber die ausser Phil, Birte und mir in unserer zugelosten Gruppe fuerdie Fraser Island Expedition waren. Ganz genau genommen eine neutrale, aber langweilige Hollanderin die es schafft in 3 Tagen 2 Woerter zu sagen, 2 kanadischen emanzipierten Kampflesben (ich entschuldige mich fuer diesen Ausdruck, moechte aber darauf hinweisen, dass ich 3 Tage lang gezwungen war zu versuchen eine wunderschoene Insel auch als diese wahrnehmen zu koennen und nicht als reinsten Alptraum zu empfinden) und sehr anstrengenden, zickigen, immer hungrigen und quaengeligen Englaenderinnen.

Gut das ich schon geuebt bin im "No worries", so konnte ich mir und Birte immer wieder einreden das ganze mit Humor zu nehmen, obwohl das ganze Unterfangen wirklich unter einem schlechten Stern stand. Eingeleitet von ewig langen, unfassbar dummen Einweisungs Videos (Filmzitat:"If the garbage is full, use the other one" ) wurden wir also in diese Gruppe gelost. Beim Einkaufen musste dann tatsaelchlich diskutiert werden wleche Form die Nudeln haben sollten, denn Frau wollte keine Muschelfoermigen, lieber die Roehrenfeormigen. NAch ca einer halben Stunde fahrt entlang eines wundervollen weissen Sandtrandes in einem recht schrottigen 4 Wheel Drives, blieb man dann erstmal liegen. Gangschaltung hinueber. Fuer Birte, Phil und mich hiess das Rettung organisieren, fuer den Rest der Truppe: Lunch. Nach 2 Stunden Wartens konnte es dann auch weiter gehen. Der Tagesplan war natuerlich hinueber, die 2 anderen Gruppen von uns ueber alle Sandduenen. Wir forcierten dann jedoch, dass wir mit Tayler (unserem kanadischen Freund von den Whitsundays der seit 3 Tagen mit uns im Van reiste) und den anderen 7 Auto eine ordentliche Beachparty mit Tanzen unter den Sternen, grillen, sehr viel Goon (das ist uebrigens ein fuerchterlicher Backpackerwein, der in 4 Liter Kartons daher kommt, billig ist und unglaublich betrunken macht) und anschliessendem Schlafen unter den Sternen (die Damen schliefen natuerlich in ihren Zelten, die wir vorsichtshalber trotzdem in einem Abstand von 500 Metern zu den anderen aufgebaut hatten, weil es ja einfach unkommunikativer ist). Am naechsten Tag ging es zu einem Aussichtpunkt namens Indian Head, von wo aus man Delfine, Wale, Schildkroeten und Rochen beobachten konnte. Der musste, wie auch Lake Wobby (ein smaragdgruener See umgeben von Regenwald und einer unrealen weissen Sandduene) aber schnell wieder verlassen werden um ja nicht zu verhungern (ich brauche nicht zu erwaehnen, dass wir das Essen natuerlich teilen mussten und wirklich zusehen mussten wo wir bleiben). Nicht ohne uns zu verfahren und im Sand stecken zu bleiben erreichten wir dann Abends unseren Campingplatz. Ein recht ruhiger Abend, den wir gluecklicherweise mit den ganz netten anderen zwei Gruppen von uns verbringen konnten. Sehr ruhig mussten wir nach 9 Uhr sein, da sonst jedem eine Strafe von 150 $ wegen Laermbelaestigung drohte. Eine bombastische Idee dort ein paar partwuetige Backpacker unterzubringen. Das war allerdings die Dummheit des Hostels, nicht der Weiber. Nach einer eisigen Nacht und nicht viel waermeren Fruehstuecksathmosphaere ging es dann (nicht ohne sich wieder zu verfahren) zum Lake McKenzie, so zielmlich dem besten Spot auf Fraser Island. Strahlend weisser Sand, kristallklares Wasser, das mit etwas Teebaumoel versetzt war. Herrlich. Gluecklicherweise fanden wir dennoch ein paar gute neue Freunde in den anderen Gruppen. Ungluecklicherweise kriegten wir keinen Cent unseres Geldes wieder fuer die verlorene Zeit. Gluecklicherweise konnten wir uns nun aber wieder aussuchen mit wem wir rumhaengen wollten.

Rest der Woche: Der Rest der Woche war eigentlich von der grossen Entscheidung gepraegt die ich treffen muss. Bleibe ich laenger oder nicht. Eine recht nette Mail meines zukuenftigen Arbeitgebers auf meine Anfrage machte mir Mut. Heute Abend steht ein Telefonat mit der Personalcheffin an. Der Plan ist einfach zu verlockend: Runter bis Byron Bay, dort ein bisschen abhaengen, surfen und das Leben geniessen, dann nach Sydney. Von dort fuer einen Monat alleine nach Neuseeland und dort die Gegend erkunden (das will hier irgendwie keiner so richtig machen), zu Weihnachten und Sylvester mit Birte Melbourne oder Sydney unsicher machen. Dann (hoffentlich wieder im Campervan, denn ich liebe das Van Dasein) den Rest der Eastcoast, die Grand Ocean Road und Westaustralien bereisen, wofuer dann mein Schwesterchen hoffentlich zu uns stossen wird. Eine schoene Vorstellung. Ich bin mir bewusst dass diese Zeit irgendwann enden muss. Ich weiss aber auch, dass sie nach 4 Monaten zu frueh endet und diese Chance mit dem Work und Travel Visum einfach einmalig ist. Warten wir mal das Telefonat ab. Die Entscheidung sich aus einem 1400 feet hohem Flugzeug zu stuerzen war irgendwie einfacher.

 

 

31.10.08 03:35


Woche 8-9: 16.10-25.10

Viech der Woche: Es ist endlich soweit. Das Viech der Woche ist diesmal endlich das Symboltier Australiens. Das Kaenguru. Es wurde diesmal auserkoren, weil es den Rest unseres Abendessens verschlang. Wir campten wild auf Magnetic Island an einem wunderschoenen einsamen Strand (der natuerlich von einem "Watch out!Crocodiles"-Schild geziert wurde) und hatten gerade beschlossen satt zu sein, da huepfte auch schon, recht lautstark fuer so ein kleines Wallaby, das Nationalsymbol in einem weiten Bogen an uns heran. Es setzte sich schnell gegen einen fauchenden entengrossen Vogel durch, der etwas pseudomaessig gegen das Wallaby antreten wollte. Mucksmaeuschenstill verfolgten wir dieses Spektakel aus ca einem Meter Abstand. Da hat es sich das Kaenguru es also endlich verdient Viech der Woche zu werden.

Investition der Woche: Die Faehrueberfahrt nach Magnetic Island. Aber wie man schon aus dem Viech der Woche schliessen kann, hat es sich durchaus gelohnt. Belohnt wurden wir ausserdem auf dem zweistuendigen Walk, der sich zu einem verlassenen Militaerstuetzpunkt ca 10.000 Meilen ueber dem Meeresspiegel den Eukalyptus bewachsenen, schattenlosen Weg hochschlaengelte, noch von zwei Koalas die, wer aufgepasst hat kann es sich denken, in den Baumkronen pennten. An zweiter Stelle kann diese Woche auch nicht unerwaehnt bleiben: Taeglich 20$ fuer Sprit, das unsere liebster "Sir Rocket" regelrecht verschlingt. Der Appetit ist vielleicht zu rechtfertigen durch die 1858km die wir nun schon von Port Doulas suedlich die Kueste runter gefahren sind. Auf dieser Strecke befanden sich 16 Kaengurus. Die jedoch sahen nicht mehr ganz so appetitlich aus.

Beobachtung der Woche: Die Australier stehen total auf Auszeichnungen. Anders kann ich mir die Feststellung, das fast  jede Stadt irgendeine. die Betonung liegt auf irgendeine, Auszeichnung haben. So ist zum Beispiel Crystal Creek, ich wage zu behaupten angeblich, die sauberste Stadt Australiens. Gut, bei einer Durchfahrtszeit von ca 25 Sekunden ist das vielleicht noch kein Kunststueck. Babinda ist die Niederschlagstaerkste Stadt Australiens und hat einen kleinen roten Gummistiefel im Fenster des klitzekleinen Rathauses stehen. Damit anzugeben ist ja schon unverstaendlich genug, liest man jedoch im Lonely Planet (der durchaus sehr sehr ueberholt ist, was Preise etc angeht, aber ich will nicht schon wieder ueber diesen ueberschaetzten Reiseleiter herziehen), erfaehrt man, das Tully diesen einmaligen Ruf innehat. Die Tullyaner waren gleich so stolz auf diese zweifelhafte Reputation, das sie sich gleich einen 7,9 m hohen, roten Gummistiefel an dern Ortseingang stellten, der sie dann wohl heute taeglich (an ganz schlechten Tagen gleich mehrmals)an den schmerzlichen Verlust ihrer heissgeliebten Auszeichnung an das 3 Seelendorf Babinda erinnert. Na ja, es wird schon einen Grund haben, dass sie sich die Muehe machen an fast jeden Ortseingang ein riesen Plakat zu stellen, das fuer den saubersten, freundlichsten, kleinsten oder eben nassesten Ort Australiens wirbt. Vielleicht sollen die vielen Touris auf ihrer Durchreise denken, sie haetten so eine Art Stecknadel im Heuhaufen Australien gefunden.

Ort der Woche: Der Whitehaven Beach bei den Whitsunday Islands. Dieser Ausflug auf dem ehemaligen Rennsegelboot zu den Whitsunday Islands, einer wunderschoenen Inselgruppe inmitten des Great Barrier Reefs, war ja so oder so schon unwahrscheinlich schoen. Wie soll es auch anders sein, wenn man mit 20 sehr netten Leuten aus aller Welt (gut, Europa, viel Deutschland und London) durch eines von 7 Naturweltwundern segelt (Man kann das Reef uebrigens vom Mond aus sehen. Ich sage das nur um mit meinem immensen Wissen zu prahlen), die Sonne im Gesicht, Wasser unter sich, dass so tuerkis ist als sei es aus einer riesen Farbtube ins Meer gekleckst worden. Es geht einem praechtig unter dem naechtlichen Sternenhimmel mit dem billigen Chardonnay in der Hand. Und dann wird man auf einer sehr gruenen Insel ausgesetzt, faehrt auf dem Weg in dem kleinen Motorboot noch eben an ein paar Riesenschildkroeten vorbei, laeuft einen sandigen, gruenen Buschpfad entlang und aufeinmal tut sich vor einem eine so atemberaubend schoene Landschaft auf, dass man sich unwillkuerlich vorstellt, Captain Cook muss gedacht haben er habe eine Frucht mit berauscheder Wirkung zum Fruehstueck gehabt als er diesen Anblick zum ersten Mal sah. Ueberall weisser Sand und Wasser in den schoensten Blautoenen (Bilder auf Facebook, denn ich werde gar nicht erst versuchen das weiter zu beschreiben). Ich kann behaupten, dass war nicht nur der Ort der Woche, sondern der Ort meines Lebens.

Erfahrung der Woche: Ich liebe das Backpacker Dasein. Ja ich habe mich umentschieden. Jetzt kann ich es ja auch erst richtig sagen, nachdem ich jetzt schon 9 Tage fast jeden davon an einem anderen schoenen Strand aufgewacht bin. Man geht dann erstmal ein Ruendchen im Pyjama am Strand entlang, nimmt sein Fruehstueck, wie jede andere Mahlzeit auch, unter freiem Himmel ein und beginnt einen neuen spannenden Tag. Tja, ich habe das Gefuehl ich kann hier nicht in weniger als 2 Monaten schon wieder weg. Es gibt noch so viel zu sehen. Mein schlechtes Gewissen ist gross, schliesslich muss ich den Job auf den ich mich so freue und der mir so wichtig ist, dafuer ordentlich aufs Spiel setzen. Aber wie ich aus meiner nicht vorhandenen Spielerkarriere weiss, gewinnt ja nie der, der nicht auch wagt. Es ist fast eine Qual sich jeden Tag damit auseinander zu setzten, was man jetzt machen soll. Ich werde mich noch ein paar Tage weiter damit befassen. Im naechsten Eintrag gibt es dann die spannende Aufloesung, ob es noch 5 solcher EIntrage geben wird, oder ein paar mehr.

Rest der Woche: Leider schliesst in 5 Minuten das Internetcafe und der kleine Reichtum von 5 $ fuer diesen Eintrag (ja ja ihr seid es ja wert) ist schon wieder dahin. Von Port Douglas ging es jedenfalls auf eine unglaublich lustige Tagestour in die Atherton Tablelands, das HInterland von Cairns. Regenwald, Wasserfaelle und Schnalbeltiere standen auf dem Programm. Dann ging es nach Townsville, von dort nach Magnetic Island. Danach nach Airlie Beach, dem bislang schoensten Staedchen hier. Dann zu den Whitsundays, von dort ueber Agnes Water nach Hervey Bay wo ich jetzt bin. Versuche diesen letzten Teil morgen zu vervollsatendigen. Ich will nicht fluchen, aber SCHEISS Oeffnungszeiten.

25.10.08 12:22


Woche 6-7: 4.10-15.10

Viech der Woche: Meine Chefinnen. Denn das was die beiden die letzten Tage gemacht haben war wirklich nicht menschlich. Gut, auc hnicht unbedingt tierisch, vielleicht eine Mischung. Sagen wir aus einer extrem laestigen Fliege, die einem kontinuierlich um den Kopf schwirrt und einem verstorbenene oesterreichischen Diktator in Rage und Bestform. Man konnte nicht schnell genug arbeiten, nicht gut genug, kurz es wurde viel gemeckert. Und das eine Woche lang, im Durchschnitt 11.5 Stunden am Tag. So verging der Anfang der 1.5 Wochen in denen ich nix von mir hoeren liess wie im Flug. Dann wurde es ruhiger und ich machte mich anders fertig. Eine Party folgte der anderen. Aber dazu spaeter mehr. Hier zu dem eigentlichen Viech: Heute habe ich einen Haufen Krokodile in freier Wildbahn gesehen. Ich habe es wohl drauf angelegt, denn ich bin mit Birte und Philip in Cape Tribulation einen River Cruise durch die Mangroven gemacht (ja wir haben Port Douglas tatsaechlich verlassen). Diese unglaublich fetten Tiere lagen in der Sonne rum und relaxten. Sahen fast harmlos aus, also fragte ich unseren aeusserst lustigen und netten (uebrigens fuer diese Tour gluecklicher Weise privaten) Captain nach ein paar Geschichten fuer den Blog. Er erzaehlte zwei Geschichten von Krokodilattacken, bei denen aber am Ende die Menschen diejenigen waren die sich zum Affen gemacht haben. (gut wir stammen auch von denen ab, aber das sollte keine Entschuldigung sein.) Also diesmal keine kuriosen Fakten ueber Krokodile. Lassen wirs einfach beim Viech dieser Woche. An zweiter Stelle.

Investition der Woche: 30$ Eintritt ins Daintree Dicovery Center. Und die waren es nicht wert. Es war interessant was die lispelnde deutsche Stimme einen ueber den Audioguide ueber jedes Blatt des Regenwaldes erzaehlen konnte und auch wollte, nach 2 Minuten reichte es aber. Ueber Wege und Bruecken konnte man in alle Bereiche des Regenwaldes gelangen und sich ausreichend mit Infos versorgen lassen. Haette man aber nicht gemusst. Da war die Investition der 20 $ in die Daintree River Tour eindeutig lohnender. Da gab es sogar Tee umsonst. Jedenfalls geht jetzt das Geldausgeben so richtig los. Gestern Abend standen wir mitten im Nationalpark im tiefsten Regenwald, es schuettete so sehr, dass sogar die Strasse teilweise geflutet war und es wurde mitgeteilt, dass es keine freien Zimmer mehr gebe. Phil und ich wollten wild campen, sehr schnell war eine mehr oder weniger komfortable Loesung auch fuer Birte gefunden im Van zu naechtigen. Mal sehen wie sparsam wir sind, sprich wie oft sie zusammengerollt auf den Vordersitzten ihren Schlaf suchen wird.

Beobachtung der Woche: Jeden Tag 11 Stunden zu arbeiten ist genau so anstrengend wie jeden Tag auszugehen und zu trinken. Der Spassfaktor ist der einzige Unterschied.

Ort der Woche: Ein Fluss im Regenwald in der Naehe von Mossman. EIn Arbeitskollege von Birte und Phil nahm uns in einer recht aufwendigen Aktion mit dorthin. Ausserdem einen grossen Autoschlauch, auf dem wir dann letztendlich den Fluss runter trieben, alle ein kuehles Bierchen in der Hand. Das entspannenste und schoenste Erlebnis seit ich hier bin. Die Natur ist so atemberaubend wie man es sich als Mensch von Australien so vorstellt.

Erfahrung der Woche: So komisch es war Port Douglas dann letztendlich mit all seinen Leuten, Einrichtungen und Erinnerungen zu verlassen, so komisch war es, schon nach einer auswaertigen Nacht wieder her zu  kommen. Das liegt aber ausschliesslich daran, dass die bereits gebuchte Tour in die Atherton Tablelands die von Cairns startet morgen wies der Zufall eben wollte, nicht stattfindet. Im Norden alles gesehen was es zu sehen gab, entschlossen wir den Brueckentag in Port Douglas zu verbringen, wo wir ausserdem umsonst bei unseren Freunden schlafen konnten (ich sag mal:siehe Investiotion der Woche). Komisch jedenfalls wie einem so ein Ort ein richtiges zuhause wird, man aber trotzdem so gerne weg will.

Rest der Woche: Einige Ausfluege in die Naehere Umgebung. Der oben beschriebene Traumtrip, dann ein weiterer Hoehepunkt, im wahrsten Sinne des Wortes, den man sich allerdings hart erkaempfen musste. Durch einen zweistuendigen Kletterakt (ich ohne Schuhe, weil die ja wie nun doch schon recht oft erwaehnten, einst vorhandenen Schuhe, ja nicht mehr auffindbar waren) der allerdings mit einem Wasserfall in menschenleerer Natur belohnt wurde. Ein Strandbesuch in Ellis Beach (laut Lonley Planet einer der schoensten-laut Autorin einer der unschoensten Straende der Ostkueste) der gekroent wurde von einem an der Strasse befindlichen Mangotree, der uns ein paar sehr schmackhafte Fruechte foermlich hinterher schmiss. Ausserdem bestimmt von Vorfreude und Abschiedsstimmung gleichzeitig. Egal, jetzt geht es los. Und in Port Douglas sind wir nur noch einen weiteren Tag. Ganz bestimmt. Sagen wir fuer dieses Jahr...

15.10.08 12:44


Woche 5: 25.9-3.10

Viech der Woche: Ich habe die ersten Kakerlake gesichtet. Und ich berichte mit stolz geschwellter Brust, das sich weder lauthals schreiend noch hysterisch gestikulierend das Weite gesucht habe, sondern die Toilette auf der ich die beiden antraf tatsaechlich noch bentutzte. Gestern war es. Es hat geregnet (ja hier regnet es auch und zwar aus Kuebeln) und ich Schluss folgere mal, da es ja die ersten beiden waren, dass sie wegen des Regens da waren. Entweder weil sie Regen ebenfalls scheuen und sich es lieber auf der Toilette bequem machten, oder aber sie sind gerade wegen dem Regen da gewesen. Unsympathisch wie sie aussehen wohl eher Letzteres.

 Investition der Woche: In spe muss es diesmal wohl heissen. (Ich kann schliesslich nicht wieder behaupten es waere die Miete, ich wuesste jedenfalls nicht, wie ich das so lustig formuliert bekomme, dass keiner merkt, dass ich das letzte Woche schon angab) Ich muss mir neue Turnschuhe kaufen. Dem aufmerksamen Leser muss nicht erwaehnt werden, wie mir meine alten, sehr bequemen, schoenen Turnschuhe einer angeshenen Marke in einer ausserdem sehr angesagten Farbe, auf recht umschoene Weise abhanden gekommen sind. Jedenfalls brauche ich Neue. Das Joggingprobelm konnte ich ja noch loesen-so fahre ich jetzt immer ausschliesslich mit einem Bikini bekleidet (ohne jedgliches Fusskleid) mit dem Fahrrad zum Strand und flitze ganz genau in dieser (oder ohne) Ausruestung durch die Gegend. Ich gebe zu, flitzen waere ein meinem Tempo nicht angemessener Ausdruck (zumal ich ja auch nicht ganz nackt bin), da mich die Hitze unglaublich traege macht. Sie nistet sich in mir ein. Sie muss unglaublich dick sein, denn es fuehlt sich an, als muesste ich seit sie da ist das Doppelte meines Koerpergewichtes mit mir rumschleppen. Lobend erwaehnen will ich hier aber kurz, dass ich trotzdem gehe. Ich ueberwinde also nicht meinen inneren Schweinehund, sondern meinen inneren Hitzehund. Oder Kakadu. Vielleicht ist es auch ein Krokodil. Diese Woche wurde ein Angler circa einen Kilometer von hier von einem 6 Meter Krokodil verspeist (ob genueeslich oder nicht wurde aufgrund fehlender Zeugen nicht dokumentiert). Aber das nur am Rande. Kommen wir lieber wieder zu meinen Turnschuhen. Die brauche ich fuer die Wanderpfade in den Regenwald, auf Ausichtspunkte etc. die ich ab dem 13. Oktober endlich abmarschieren werde. Und gutes Schuhwerk ist da wichtig. Damit man schnell weglaufen kann. Ob vor Krokodilen oder Kakerlaken.

Beobachtung der Woche: Backpacker sind ein Volk fuer sich. Der, der das schon wusste moege entschuldigen udn einfach an sieser Stelle aufhoeren zu lesen, aber mir wurde das jetzt erst richtig bewusst. Beschreiben wir ihn mal so: Er ist sehr, sher faul. Er kann eine aussergewoehnlich lange Zeit an einem Ort verbringen (hiermit meine ich keine Staedte, keine kulturelle Einrichtung oder aehnliches) ohne eine sinnvolle Taetigkeit zu verrichten. Zukunftsplane ueberschreiten seinen Horrizont, denn er denkt nur an sein naechstes Alkoholisches Getraenk. Wenn er weiter denkt, dann an sein Bett und mit wem er es am Abend teilen will (wobei er sich auch da ungern festlegt oder gar wiederholt). Er weiss auch noch nicht ob er in einem Jahr nach Hause faehrt, in zwei oder ueberhaupt. Sein Tagesablauf sieht folgendermassen aus (schaetze ich, denn ich bin mit anderen Sachen beschaeftigt als Backpacker ncoh genauer zu studieren als bereits geschehen): Extrem verkatert schaelt er sich aus dem Bett. Die Bekanntschaft ist wohl schon vor Stunden schon gegangen. Die Sonne schient jedenfalls schon unertraeglich heiss in das Zimmer. Lieber mal in die Haengematte umsiedeln, denkt er sich, und bewegt sich die ersten 3 Meter (von 10) am Tag. Auf dem Weg greift er nach einer Flasche Diet Coke (man lebt ja gesund, also Fatfree) und laesst sich stoehnend in die naechst beste Haengematte fallen. Von dem Schaukeln wird ihm kurz schwindelig. Dann geht es wieder und die naechsten 6 Stunden vergehen wie im Flug. Dann der erste Drink, gleich eine Jaegerbomb (das Kurze Glas gefuellt mit Jaegermeister schlaegt weniger bombenartig in den Redbull als in den Kopf des Trinkers). Es gesellen sich immer mehr Backpacker dazu (in circa diesem Stadium dann auch meine Wenigkeit) und das Ganze geht von vorne los. Ein Drink nach dem anderen, wenig sinnvolle Geschichten, innige Umarmungen mit Leuten die man nicht kennt. Hat man das drei Mal voll (Achtung zweideutig) mitgemacht, reicht es dann auch und man hat irgendwie das Beduerfniss mit jemandem eine gute Unterhaltung zu fuehren. Vielleicht mit Stephen Hawkins oder so.

Ort der Woche: Das Cafe OTZ. Der Ort wo ich taeglich arbeite. Mal 13 1/2 Stunden, mal nur 5 1/2.  Am besten ist jedenfalls immer, wenn die beiden Chefinnen nicht da sind und ich mit Tom und/oder James alleine da bin. Was dann abgeht vermag ich kaum in Worte zu fassen. Wir ergoetzen uns regelrecht an den Leckerein die es dort gibt. Gestern fand das Ganze seinen Hoehepunkt. James, Tom und ich (Englaender und Walise) warteten noch den Augenblick ab, wo der Motor ihres Wagens ansprang, dann hatten wir auch schon alle den Kuehlraum betreten. Erstmal ein herrliches Baguette belegen. Cranberry, Turkey, Crispy Bacon, Rucola und Avocado auf Fruechtebrot. Ein guter Start. Dann ein Eis aus der Kuehlturhe zum Nachtisch und einen Caramel Slice (suess ist kein Ausdruck fuer diese Delikatesse). Kurz darauf einen Wild Berries Smoothie mit Joghurt. Hier und da noch ein paar Cookies und man hat, neben dem Geld verdienen auch mal kurz sein Abendessen verspeist. Also fragt nicht, warum meine Investitionen sich meist auf die Miete beschraenken. Und fragt auch nicht ob das Ganze wohl so ganz legal ist...

Erfahrung der Woche: Ich bin kein waschechter Backpacker, so viel steht fest. Mir gehen mittlerweile diese Gespraeche auf den Keks, immer Saufen kann und will ich auch nicht (drei mal die Woche reicht wirklich) ausserdem will ich hier weg. Klar, Port Douglas ist das Paradies und der Strand der Hammer, aber jeden Abend das Gleiche (auch wenn man den ganzen Tag gearbeitet hat) macht einen mueder als alles. Jeden Abend die gleichen Leute, noch dazu nur Deutsche (80%). Ich will reisen, interessante Dinge sehen, jeden Tag voll auskosten und geniessen, intelligenten Leuten zuhoren und einfach soviel es geht mitnehmen. Damit unterscheide ich  mich in jedem Punkt von circa 95% der Leute die hier rumhaengen und sagen, sie koennten ihr ganzes Jahr auschliesslich hier verbringen. Noch 10 Tage, dann gehts los. Ich werd mich bis dahin weiterhin darin versuchen, die Spezies der Backpacker zu ergruenden. Und fuer gute Gespraeche rufe ich euch einfach an. Ich habe mir eine Telefonkarte gekauft, mit der ich fuer 0,001 Cent die Minute nach Deutschland telefonieren kann! Also schickt mir bitte eine SMS mit der Festnetznummer und der Zeit in der ich euch erreichen kann an 00610406581619 und ich ruf euch an. Stephen Hawkins ist wahrscheinlich eh zu beschaeftigt und bestimmt gar nicht so interessant wie er immer tut.

Rest der Woche: Die Zeit verfliegt einfach wie im Fluge. Schon wieder ist eine Woche um und schreibe einen Eintrag in den Blog. Fast schon beangstigend. Vielleicht vergeht die Zeit hier unten ja schneller? Hat der Tag hier ueberhaupt 24 Stunden? Ich muss das dringend rausfinden. Ab naechste Woche wirds jedenfalls spannender, da geht das wirkliche Reisen endlich los! Vielleicht hab ich bis dahin auch mal rausgefunden, wie ich hier Fotos hochladen kann. Aber das ist unwahrscheinlich bei meinem technischen Talent.

 

3.10.08 13:47


Woche 4: 17.9-24.9

Viech der Woche: der gemeine Moskito. Sagt man das nicht so in der Biologie? Ich hatte immer das Gefuel es sei ungerecht so verallgemeinernd zu einer Art von Tieren zu sagen sie seine gemein. Von den Mosktios kann man das allerdings DURCHAUS sagen. Sagen wir mal so, wuerde ich jetzt anfangen hier meine Sticke zu zaehlen, saesse ich in 3 Stunden sicher noch hier. Ausserdem muesste ich dann gleich wieder von vorne anfangen zu zaehlen, weil sie sich stuendlich vermehren! Und zwar auch am hellichten Tag! Letztens konnte ich sogar dabei zusehen, wie eine ihr riesen Trompeten Maul (so machen die das doch, nicht war) in meinen Oberarm rammte. Und ich konnte nix tun, in der einen Hand eine volle Teetasse in der anderen die Mueslischale, hatte sich die besonders heimtueckische Stechfliege ihrer Rasse genau den Moment ausgesucht, in dem ich voellig hilflos war. Jedenfalls sehe ich bald noch aus als haette ich Noppen. Na ja, ich uebertreibe, zum Glueck werden es ja taeglich dan nauch wieder einige weniger. Ich genoppt. Wie das wohl ankaeme?

Investition der Woche: Ich glaube das war diese Woche mit 33,45 $ der Einkauf im Supermarkt. Viel Zeit zum Geldausgeben hatte ich dank meiner Arbeit nicht. Was gut ist, denn so verdiene ich fleissig Geld und gebe nicht so viel aus. Und wenn wir schon vom leidigen Thema Geld sprechen: Ich werde doch kein Geld scheffeln wie einst geplant! Aber dazu bei der Erfahrung der Woche mehr. Jedenfalls habe ich das unbestimmte Gefuehl, dass die Investition der Woche kein weiteres Mal 33, 45 $ betragen wird...

Beobachtung der Woche: Da habe ich eine meiner fruehsten Beobachtungen hier in OTZ doch glatt vergessen zu dokumentieren. Die da waere: Gurken schmecken hier tatsaechlich wie Gurken. Soll verallgemeinert stehen fuer: Obst und Gemuese hat hier einen unvergleichlichen Geschmack! Alles schmeckt so intensiv, wie bei uns nur kuenstlich aufgepeppte Lebensmittel, die dann so schmecken sollen wie das hier! Ich ernaehre mich fast ausschliesslich von Obst! Mangos so suess und saftig, das sie auf der Zunge nur so dahinschmelzen, Gurken so geschmacksintensiv, dass man fuer einen Gurkensalat eigentlich nur eine Gurke und sonst nichts braucht! Faszinierend. Schoen hier, so weit weg von Holland.

Ort der Woche: Das Segelboot, auf dem ich mit Birte in den Sonnenuntergang vor Port Douglas segelte. Die Geschichte ist folgende: Mittwochs Abends gibt es im Yacht Club von Port Douglas immer einen Sunset Cruise, bei dem man laut eines Reisefuerers mit dem Namen "Einsamer Planet" umsonst ein Ruendchen in den Sonnenuntergang segeln kann. Birte und ich hatten frei-also nix wie hin. Nach einer mehr oder weniger hektischen Suche aufgrund eines ploetzliche akuten Zeitdrucks, ausgeloest durch zulanges Chillen am Strand, hatten wir dann kurz vor 4 den Yacht Club ausfindig gemacht, den wir beide zwar schon mal besucht hatten, der aber durch einige Biere zum damaligen Zeitpunkt, scheinbar unkenntlich gemacht worden war. Dann gab es eine Ueberraschung. So einsam schien der Planet dann doch nicht zu sein, wie uns der gleichnamige, betruegerische Reisefuehrer usn mit seinem Namen vorgegaukelt hatte. Circa 60 Leute wollten mit uns auf das Segelboot steigen. Es wurde sich in eine Liste eingetragen, dann sollte gelost werden. Aber im Land, wo "No worries" eines jeden Lebensmotto ist, handhabt man solche Probleme folgendermassen: Man geht zur bar, holt sich 2 Bier (Coopers ist uebrigens nach langem rumprobieren eindeutig das akzeptabelste der australischen Biere. Ich moechte fast sagen es schmeckt mir.), setzt sich in die Sonne und haelt ein Plaeuschen. Dann kommen nach ungefaehr 3 Minuten ein Haufen Australier an, die einen fragen, ob man nicht zufaellig segeln will, weil sie zufaellig jetzt dasselbige tun werden und zufaellig noch zwei Plaetze frei haben. Schnell noch ein Sixpack Bier gegriffen und aufs Boot gesprungen. Dann ging eine recht halsbrecherische Fahrt los, auf der, Gott bewahre dass ich es sage, das Bier fast im Weg war. Da war nichts mit entspannen! Da wurden die Seiten gewechselt, was sich leicht anhoeren mag, wuerde ich nicht jetzt erwaehnen, dass der Winkel in dem das Boot zum Wasser stand, physikalisch eigentlich gar nicht moeglich gewesen waere. Der Abend endete mit einem herrlichen Sonnenuntergang, einem Grinsen, dass Birte und ich nicht aus dem Gesicht bekamen, 2 gewonnen Cashpreisen bei der Lotterie, die sofort in das beste Abendessen seit Ankunft eingeloest wurden und, man kann es sich denken, einigen weiteren Bieren und sogar Uebernachtungsmoeglichkeiten in Sydney und Adelaide bei richtig netten Aussis.

Erfahrung der Woche: Es ist ein hartes Geschaeft als Backpacker einen Job zu kriegen. Hat man dann endlich einen, bzw zwei, muss man hoellisch aufpassen. Zum Beispiel kann es passieren, das man am ersten Tag noch von allen in den hoechsten Toenen gelobt wird, am zweiten tag einen Anruf vom Chef bekommt, der einem sagt, der Koch wuerde leider nicht wollen, dass man weiter da arbeitet, weil amn nicht machen wuerde was er einem sagt. Das lustige daran ist, und glaubt mir, dass ist keine Auslegungssache, da dies einfach nicht stimmt. Der Typ war Aussi, hatte den schlimmsten Akzent den ich je gehoert hatte, und nuschelte. Und das bei meinen schlechten Ohren. Alles was ich mir vorwerfen kann: Als 10 Teller da standen die raus mussten, habe ich gefragt ob ich sie mit raus nehmen solle. NO! Not ready! Und dann hab ich dummerweise die Beschwerde eines Gastes an ihn weitergegeben, die er mir persoenlich uebel nahm. Zack, raus ist man! Und ich hatte  mir noch Sorgen gemacht, weil ich meine Aufenthaltsdauer betreffend angefangen hatte zu luegen, weil man fuer einen Monat einfach unglaublich schwer was findet. Jeder ist sich selbst der Naechste. Ich muss abmildernd allerdings sagem, dass es fast besser fuer mich ist, dass ich den Job nicht auch noch mache. Von 7-15 Uhr im Cafe OTZ und von 16-22.30 im Inlet waere mir 5 mal die Woche vielleicht doch ein wenig viel geworden, obwohl ich ja erst dacht ich muesse mich jetzt ein wenig quaelen um ein schoens Geldpolster zu haben und dann 2 Monate in Saus und Braus leben zu koennen. Die 16.50$ Cash die ich kriege im OTZ bringen mich auf 2500 Dollar. Damit komme ich hin. Vor allzu geraumer Zeit ist schon Konfuzius aufgefallen, der Weg sei das Ziel. Da sollte ich nicht 3 Wochen nur arbeiten und nicht mehr geniessen, was bei den oben beschriebenen Arbeitszeiten schwer geworden waere. Davon abgesehen, haette ich wohl das Burn Out Syndrom bekommen. Und das als Backpacker.

Rest der Woche: Ich habe das erstemal angefangen darueber nachzudenken, einfach laenger hier zu bleiben. Wobei einfach untertrieben waere, weil es mit einigen Komplikationen Up over verbunden waere. Es geistert mir nur so im Kopf rum. Jeden tag sagt hier jemand so etwas wie: "So laesst es sich leben" ' oder "Life won't get better like this" Tja. Stimmen tut das wohl. Was kann es schon besseres geben, als einem Tag am Strand, Abends eine dicken Schokogeburtstagstorte fuer die WG MItbewohnerin, Tequila zum Nachtisch, einigen Bieren, netten Leuten und einem naechtlichen Bad im planktonbeleuchteten Meer? Leider weiss ich, dass das nicht das Leben ist und es so nicht fuer immer weitergehen kann. Dennoch ist es schoen, die Erfahrung gemacht zu haben wie es ist, wenn dein groesstes Problem am Tag ist, ob man noch was am Strand liegen soll, lieber zum Pool wechselt oder sich am Abend schon wieder betrinken soll. Probleme gibt es hier nicht! Schoen ist das. Kein Wunder, dass man das fuer so lange wie moeglich behalten will. Aber vielleicht ist es ja exportierbar.

24.9.08 14:19


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