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Woche 15: 3.12-9.12.08

Viech der Woche: Die Seerobbe. Oder Seehund. Oder Seeloewe. Unterscheiden die sich eigentlich irgendwie voneinander? Wer weiss das schon so genau. Ich habe jedenfalls festgestellt, dass es diese hier gibt wie Sand am Meer. Ausgesprochen passender Vergleich in diesem Zusammenhang. Schon verrueckt jedenfalls, anfangs freute man sich immer noch wie verrueckt wenn man mal ein Tier sah, was man sonst nur im Zoo sieht. An diesen Meeresbewohner gewoehnte man sich fast. Gut, zugegebenermassen habe ich mich in Kaikoura auf eine 5 Stunden Wanderung begeben um sie ein wenig zu beobachten und wurde was die Seals anging dann ein weing entaeuscht, weil die versprochene Kolonie die das Ziel meines Ausflugs werden sollte nur aus einer einzigen Robbe bestand. Einer sehr dicken udn faulen allerdings. Als ich nach circa 2 Stunden an den Punkt der Kolonie zurueckkehrte (inzwischen hatte ich 2 weitere entdecken koennen, eine weit verstreute Familie muss das wohl sein), lag sie immer noch einsam und verlassen da. Scheinbar sah man mir die mittlerweile immense Seehund-Erfahrung an, denn gleich zweimal wurde ich von Fremden aufgesucht, die Informationen ueber die Dichte der Population jener Kolonie bei mir einholen wollte. Die zweite Person war eine etwas schrullige und sehr schwerhoerige alte englische Dame wie sie im Buche steht . Dafuer nahm sie mich mit zurueck in die "Zivilisation" und ersparte mir, dass aus dem 5 Stunden Walk ein 6 1/2 stuendiger wurde. Die naechsten Tage sah ich jedenfalls haufenweise Robben oder Hunde oder Loewen der See. Allein beim vorrueber fahren. Die 5 Stunden waren jedoch keine verschwendete Zeit. Die Landschaft war aeusserst schottisch und herrlich. Verallgemeinert laesst sich ueber diese Seeviecher jedenfalls sagen: entweder sie aalen sich in der Sonne (was irgendwie menschlich aussieht) oder sie bekaempfen sich und bruellen sich an. Sicher haengt das irgendwie zusammen. Ist schliesslich anstrengend immer so rumzugroehlen, denk ich mir.

Investition der Woche: Unspektakulaere 28$ fuer ein Hostelzimmer. Ist auch eine Erfahrung moechte ich meinen, einfach gar kein Geld mehr auszugeben, seine Essensvorraete aufzubrauchen (was ich zwecks Abreise ja eh muss) und auf hoechster (oder niedrigster?) Sparflamme zu leben. Ich stelle fest, das macht mir gar nichts. Schon schwer manchmal auf einen Kaffe oder eine Tuete Cookies zu verzichten. Sind aber Luxusgueter in diesen Tagen und man kann darauf verzichten (aber nur wenn man muss). Insgesamt merkt man beim Reisen, welch kleine Sachen einem so fehlen, die daheim voellig allgegenwaertig sind. Vielleicht fange ich mal an ein Menue zusammen zu stellen, das mir irgendwer (wahrscheinlich meine Muter) kochen muss wenn ich wieder zurueck bin. Vielleicht besteht es aus drei verschiedenen Dessertgaengen? All you can eat selbsredend.

Beobachtung der Woche: Es ist schon seltsam. Vor ein paar Tagen bemerkte ich etwas, das ich heute in Zusammenarbeit mit einer englischen Bekanntschaft, zu einer Studie verfollstaendigen konnte: Reisefreunde und Bekanntschaften lassen sich in gewisse Kategorien einteilen, in Schubladen stecken. Da ist einmal der optimale Fall, der Volltreffer. Eine Person die tatsaechlich zu einem Freund wird. Man spricht ueber tiefgruendiges, persoenliches, geniesst die Gegenwart des anderen so oft es geht und ist ernsthaft traurig wenn es dann zu dem Punkt kommt wenn man sich wieder trennen muss. Aber zum Glueck gibt es ja Facebook. Da es ein Volltreffer war bleibt man auch weiterhin in Kontakt, trifft sich sicherlich ein zweites Mal beim Reisen, oder im Heimatland des anderen. Das leitet ueber zu dem semioptimalen Fall: Man versteht sich blendend, hat eine gute Zeit, tauscht zwar Namen aus, wird offiziell zu Freunden per Facebook, hoert aber nie mehr etwas voneinander, weil der Name irgendwo unter den woechentlich neu hinzugefuegten Freunden untergeht. Der suboptimalste Fall ist, man versteht sich so lala, tauscht aber, vielleicht aus Hoeflichkeit oder weil man es eben so macht, Namen fuer Facebook aus. Auch in diesem Fall hoert man nichts mehr voneinander. Und es nervt irgendwie, das man sich bei Facebook als Freunde bezeichnet, weil man es eben gar nicht ist. Vielleicht sollte es dort eine Rubrik: "Leute die ich zwar kenne, nicht als Freunde bezeichne, aber aus Hoeflichkeit als solche akzepktiere" geben. Dann gibt es noch den 4. Fall. Auch dieser ist ein optimaler, irgendwie. So habe ich mich auf der Faehrueberfahrt 3 Stunden lang unglaublich gut mit einem englischen Radiomoderator unterhalten. Ein wirklich gutes Gespraech ueber Gott und die Welt. Hitler und Mao, Fahren auf der linken Spur und Lebenstraeumen. Und am Ende wuenscht man sich eine gute Reise und das wars. Jetzt mag man sich fragen, wieso ich das als optimal bezeichen. Weil eine wirklich gute Unterhaltung mehr wert ist als irgendein Name in einer Facebook Liste. UNd irgendwie behaelt man diese Leute eben besser in Erinnerung, wenn es der nette Typ von der Faehre ist und nicht irgendein Name in einer Onlinecommunity. Wieder sehen wird man sowieso nur die Leute aus Schublade Eins.

Ort der Woche: Eine Kirche namens Good Old Shepard. Nein ich bin nicht konvertiert oder gar verrueckt geworden. Aber dieser Ort hatte etwas so friedliches, was wohl daran lag, dass es eine klitze kleine Felskirche in aller Einsamkeit am Lake Tekapo (einem so tuerkisen See, dass er aussieht wie ein riesiger Swimmingpool), mit einem riesigen Fenster mit Blick auf eben jenen See und dem dahinter liegenen hoechsten Berg Neuseelands, Mount Cook (3754 m. diente ausserdem Sir Edmunt Hillary als Trainingslager). Der Blick war so schoen, dass ich in dieser Kirche wenn es denn mal so kommen sollte, echt gerne heiraten wuerde. Andererseits vielleicht keine gute Idee, weil dann alle (ausser der Pfarrer, der sich vielleicht schon an den Blick gewoehnt hat) die ganze Zeit aus dem Fenster starren. Und das waere schliesslich sehr unhoeflich der Braut gegenueber.

Erfahrung der Woche: Der erste Spatziergang meines Lebens auf den ich alleine gegangen bin. (zur Seehundkolonie) Der erste Museumsbesuch auf den ich alleine gegangen bin (Christchurch. Er endete in einem Cafe mit einem Ammi, einem Kerl der in Schublade suboptimal einzuordnen ist, das Gespraech war semiinteressant), und einem Tag im Botanischen Garten (auch Christchurch). Und all das aus freien Stuecken. Manchmal ist es eben doch schoen alleine zu "reisen". Ausser meinen Joggingausfluegen auch die einzigen Sachen die ich tatsaechlich in dem ganzen Monat hier alleine gemacht habe. So viel zur Erfahrung des Alleinreisens.

Rest der Woche: Von Queenstown ging es fuer 3 Naechte (meinem laengsten Aufenthalt in ganz Neuseeland) in die britischste Stadt ausserhalb Britens-Christchurch. Mit Queenstwon definitiv die netteste Stadt in NZ. Danach ging es nach Kaikoura, dann Wellington, Taupo und zurueck nach Auckland. Jetzt bin ich wieder in dem gleichen Hostel in dem ich vorher war und der Monat war herrlich. Eine unglaublich gute Zeit, die ich nicht missen will. Ein Monat fuehlt aber sich mal wieder an wie zwei Wochen. So ist das eben wenn man seine Zeit sehr geniesst denke ich. Jetzt freue ich mich wieder auf Australien. Schnell Arbeit finden heisst es jetzt. Gute Freunde treffen die dort gluecklicherweise auf mich warten. Ich selbst werde dort wohl auf meine Schwester warten, die in genau 2 Monaten auch ihre Fuesse auf paradisieschen Boden setzten wird. Der naechste Abschnitt meiner Reise kann also morgen beginnen.

 

9.12.08 09:55
 


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bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Nic (10.12.08 00:49)
Die "Bekannte in Schubladen-Kiste" trifft's ziemlich gut. Schön, dass das mal jemand auf den Punkt gebracht hat. Und dann noch jemand, den ich persönlich kenne. Toll

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