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Woche 23-22: 19.1-29.1

Vorwort: Ich muss etwas gestehen. Euch und mir. Alle Entschuldigungen meiner verspaeteten Blogeintraege scheinen alle nicht der wahre Grund fuer eine derartige Schluderigkeit zu sein. Das langsame Internet, die Kosten, der Aufwand, die lauten Internetcafes etc, alles Vorwaende. Ich habe hier einen nigel nagel neuen Applecomputer stehen, ein ruhiges Zimmer, kann eigentlich jederzeit schreiben und doch ist auch dieser Eintrag wieder ein Nachzuegler. Nun gut, ich gebe zu, die 10-Tages Spanne passt mir im Moment ganz gut, weil wenn man arbeitet ja auch lange nicht so viel erlebt wie wenn man reist (koennte man denken). Es ist nur eben einfach so, dass es eine Art Pflicht ist der ich mit einer gewissen Regelmaessigkeit nachkommen muss (oder tief in mir drin auch will). Pflichten werden so laestig wenn man nur noch so wenige hat, das man selbst diese vernachlaessigt. Bei all der Zeit findet man eben die wenigste fuer Dinge, die man gewoehnlich zwischen seine wirklichen Pflichten quetschen muesste. Sport? Zu heiss. Fotos sortieren und benennen? Lieber an den Strand? Surfen? Zu schlapp. Ausfluege? Zu teuer. Ich habe schon oefter bemerkt, je mehr Zeit man hat, desto weniger kriegt man geschafft. Vielleicht sind dies aber auch nur wieder weitere Ausreden fuer tiefer phsychologische Gruende. Aber das wird mir jetzt zu anstrengend. Zum Glueck ist Geld verdienen und Strand trotzdem ein ziemlich angenehmer Lifestyle. Viech der Woche: Nachdem sich die ganze Woche nichts und niemand blicken lassen wollte, war ich kurz davor fuer den Rest meiner Zeit im Haus der offenen Tuer, das Hausviech der Woche zu bennen. Um mal alle Spannung im vorraus zunichte zu machen: Die sagenhafte Riesenspinne haelt sich brav im Hintergrund. Bin sowie so nicht so erpicht darauf ihr ueber den Weg zu laufen (vor allem wenn ich durch den verwilderten Garten zur Hintertuer kriechen muss, wenn der unwahrscheinliche und seltene Fall eintritt, dass die Tuere doch mal verschlossen ist). Alles was ich sah war die bis jetzt groesste Kakaerlake aller Zeiten (aber das Thema wird selbst mir langsam etwas langweilig) und eine Heuschrecke so gross wie ein Maennerzeigefinger. (Die einzige adaequate Groessenvergleich der mir in den Sinn kommen will) Mit ein paar lustigen Worten dekoriert haette das fuer diesen Blog vielleicht ausgereicht. Dann kam mir aber ein Ausflug ins australische Hinterland zu Hilfe: Ueber Nacht ging es in das Ferienhaus einer Freundin miener ehemaligen Mitbewohnerin aus Port Douglas. Auf dem Rueckweg von einem Pferdeausflug, von dem ich spaeter noch kurz berichten werde, gab es dann gleich zwei wirkliche Viecher der Woche, die mir im Abstand von ungefaehr 500 Metern auf dem Strassenasphalt serviert wurden. Das erste war ein Wesen, mausetot und ungefaehr so gross wie ein Schaeferhund. Es sah aus wie eine Mischung aus Koalabaer und riesen Steiftier und nennt, oder in diesem Fall nannte, sich laut meiner Mitfahrerinnen wohl Wombat. Ich war einfach nur froh dass es kein Koala war. A, weil ich den tot eines Koalas nur schwerlich verkraften koennte und B, weil es einfach ein Mutantenkoala gewesen waere. Das zweite Viech war allerdings definitiv ein Mutant. Ein Mutantnegecko naemlich, von der Groesse eines Viertklaesslers (ich sage mal, 1.50m von Zungenspitze bis Schanzende-vielleicht also eher ein Zweitklaessler). Alle beiden wurden natuerlich photografisch festgehalten und dokumentiert. Hochladen werde ich einen toten Mutantenkoala und einen zweitklaesslergrossen Riesengecko jedenfalls nicht. Das waer dann doch etwas zu gruselig in meinem Fotoarchiev auf Facebook anzusehen. Investition der Woche: 11$ fuer Sushi. Und da habe ich mir mal was gegoennt, zum Abschied meiner Freundin Szylvie. Sonst ist es hier definitiv die sparsamste Phase meines Australienaufenthaltes: Keine Miete, kaum Geld fuer Essen (weil ich bei meiner Arbeit soviel essen kann wie ich will-so wie es sich auch gehoert), kaum Aktivitaeten. Jeden Cent will ich sparen fuer den letzten Monat meines Reisens, der in 19 Tagen wieder beginnen wird. Noch 19 Tage arbeiten, noch 19 Tage in immer im gleichen Bett aufwachen. Noch 19 Tage ohne meine Schwester und beste Freundin (die mich ueberrascht hat und mit meiner Schwester auf einen Besuch ins Land der Traeume vorbei kommt). Noch 19 Tage sparen was das Zeug haelt. Gefuehlt werden es wohl 7 sein, das die Zeitnoch schneller umgeht als sonst. gut weil meine Liebsten dann schneller hier sind, schlecht weil es sich noch schneller dem Ende zuneigt. Alle Versuche die Zeit zu verlangsamen sind jedenfalls gescheitert. Ich hoffe es gelingt mir dann in 19 Tagen. Beobachtung der Woche: Wenn man nicht sehr genau hinsieht wird man schon merken worum sich meine Beobachtungen hier so drehen. Zeit Zeit Zeit. Anfangs habe ich mich immer auf den Tag gefreut, an dem ich dann in den Flieger steige und nach Hause fliege. Das tue ich auch immer noch. Alles worauf ich mich allerdings freue sind meine Familie und Freunde. Sonst habe ich wenn ich ehrlich bin fast ein wenig Angst davor. Weniger Angst davor alles koennte ich sich veraendert haben waehrend ich weg war, eher davor alles koennte noch genau so sein wie es war. Ich habe mich naemlich veraendert. Passe ich noch rein in mein altes Leben? Wenn ich jetzt schon Schwierigkeiten habe die "Pflicht" des Blogschreibens zu erfuellen, wie ist es dann, wenn ich wahre Pflichten erfuellen muss? Was mache ich in der einen Woche in meinem alten Leben, bevor ich wieder auffbreche in ein Neues? Eins weiss ich jedenfalls: Der Reisende in mir ist zum Leben erwacht und hat sichs so richtig gemuetlich gemacht in meinem Herzen und meinem Ohr, er wird sich bemerkbar machen und nicht zur Ruhe kommen. Und das ist gut so. Er ist herzlich willkommen und er wird bleiben. Vielleicht sollte ich ihm einen Namen geben? Ort der Woche: Der Ort des seltsamsten Sonnenbades meines Lebens. Es trug sich folgendermassen zu: Der Abschiedabend von Szylvie fand im Ferienhaus ihrer Freundin statt. Wir waren also fuer 1 1/2 Stunden dem Highway Richtung Sueden gefolgt und kamen schliesslich in einem wunderschoenen, barrock eingerichteten Sommerhaus mit goldenen Wasserhaehnen an. Nachdem der Abend ausgiebig mit Wein unter Weinreben begossen worden war, wollten die beiden Maeldels am naechsten Morgen Reiten gehen. Ich fuehlte mich zu alt und arm fuers Ponyreiten, hatte schlichtweg keine Lust fuer so eine Zeitverschwendung mein hart erspartes Geld auszugeben (ich uebertreibe absichtlich, um dem moeglicherweise pferdebegeisterten Leser meinen Standpunkt aufzudraengen). Mitten in der Pampa Australiens befand sich also ein Reiterhof. Alles sehr skurril. Ungefaher 50 Quadratkilometer, 5000 Fliegen, 10 Pferde, 2 Gebaeude so gross wie das Pentagon, eines davon eine Bauruine, das andere mindestens genauso gruselig. Der perfekte Ort fuer einen Horrorfilm. Nachdem die einzige Person auf dem ganzen "Gehoeft" (so nennt man solche Orte, richtig?)mit meinen beiden Freunden abgezischt war, stand ich also mutterseelen allein, mitten in diesem vorherig beschriebenden Oertlichkeit. Verrueckterweise befand sich in dieser wuestenaehnlichen Einoede ein See. Es war ein richtiger See, nicht irgendein Wasserloch. Da die Besitzerin mir vorher gesagt hatte ich koenne darin schwimmen, macht ich mich also auf den Weg zu der so idyllisch wirkenden Wasserpfuetze, vorbei an 7 frei grasenden Pferden umgeben von 5000 Fliegen. In das Wasserloch wollte ich trotz der 40 Grad doch nicht mehr springen, vielleicht war es ja ein ganz gerissender Trick die wenigen anreisenden Touris dazu zu kriegen sich halb nackt auszuziehen um dann von einem garantiert in dem See hausenden Monster gefressen zu werden. Ich belies es dann dabei mich halbnackt auf eine der abgewrackten Sonnenstuehle zu legen, die skurriler Weise am Uferrand standen. Nach ziemlich ganu 5 Minuten wurde mir die Sache zu bunt, heiss und summend. Nachdem ich noch einen kurzen Blick in die Bauruine gewrofen hatte, mir dabei unheimlich mutig vorkam, bemerkt ich erstmal, wie leise es mitten in der Pampa ist, und wieviele Geraeusche man selber eigentlich so macht. Das ich unglaublich laut schlucken kann, war mir vorher schon klar, aber auch jedes andere Gerausch lies mich nervoes zusammenzucken und dann wenig spaeter realisieren, dass ich das Gerausch selbst verursacht hatte. Dies also meine erste Nahwuesten-Erfahrung. Die Geschichte hat auch ein Happy Ending. Keine Massenmoerder, Schlangenbisse ohne Hilfe in Sicht, oder Monster im See, sondern einfach nur ein Rueckweg mit einem Mutantenkoala und Riesengecko. Erfahrung der Woche: Wenn man Geld braucht macht acht man wirklich jeden Job. Da es die ersten tage recht schwierig war hier in Manly einen neuen Job zu finden, den ich ja nun mal mehr als schnell brauchte, nahm ich erstmal jeden Job an den ich kriegen konnte. Darunter eben auch der, den kein Maedchen mit etwas Selbstwertgefuehl machen sollte. Es war eines dieser Lokale, bei denen Leute auf der Strasse stehen und jeden Passanten mit dubiosen Spruechen anzulocken versuchen. Schenkt man diesen Leuten auch nur einen Blick hat man schon verloren und verendet klaeglich mit einem fettigen, ueberteuerten Frass vor sich, das nicht nur jeden cent nicht wert ist, sondern einem wahrscheinlich noch nach 2 Wochen Magengrummeln beschert. Den Job als Kellnerin in einem solchen Schuppen hatte ich mehr als schnell und wurde wortwoertlich mit Kuesschen empfangen. Alles halb so wild, immer auf die Gaeste konzentrieren und an das Geld denken, was man fuer Haitauchen oder Fallschirmspringen ausgeben wird. (Ein weiter Weg bei 11$ die Stunde).Am 2. Tag sollte auch ich mich dann mit dem Menue an die Tuer stellen und Leute zu ihrem Pech zwingen. Ich kann genau sagen wieviele ich ansprach: 0. Den Job war ich nach einem Tag los, warum will ich gar nicht wissen. Zum Glueck kriegte ich am naechsten Tag den Anruf meines neuen Chefs, fuer meinen neuen Job in einem super schoenen italienischen Cafe (16 $ die Stunde, am Wochenende sogar 21$), wo das Essen umsonst ist, jedes Getraenk was man trinken will nicht 2 $ kostet, die Gaeste nett sind und die Kollegen auch. Zum Glueck. Mit einem Job wie dem vorherigen wird man garantiert super geizig, weil man alles was man sich kaufen will und auch muss, in Stunden umrechnet, die man sich quaelen musste. Und dann verhungert man lieber, als sich fuer 3 Dollar ein Abendessen zu kaufen. Rest der Woche: In den letzten 10 tagen ist natuerlich sehr wohl einiges passiert und es wuerde sich durchaus lohnen alle 7 zu schreiben, aber das Thema haben wir ja jetzt durch. Am Anfang der Woche trennten sich erstmal die Wege von Birte und mir. Beziehungsweise ihrer fuehrte ploetzlich schnurstraks nach Melbourne. Ohne weiter auf die Hintergruende eingehen zu koennenwar dies also ein weiterer Abschied auf der Reiseliste. Abschied auf raten jedenfalls, weil wir uns in Melbourne dann wieder sehen und von dort aus vielleicht wieder gemeinsam weiterreisen. Dann bekam ich das Angebot des neuen Bekannten (Der Kameramann der mir auch schon beim Umzug geholfen hatte) ihn zum "Big Day Out", Australiens groessten Festivals zu begleiten und sein Kameraassistent zu sein, beziehungsweise mit seinen qualitativ mehr als hochwertigen Kameralinsen ein paar Fotos zu schiessen und nebenbei umsonst das Festival zu besuchen. 2 Haken: 1. Ich musste um 5 in dem schaebigen Lokal arbeiten, 2. war ich mir nicht ganz sicher, ob dr gute Herr nicht ein wenig mehr erwartete als nur ein paar gelungene Schnappschuesse. Was macht man, wenn man trotzdem serh gerne mitgehen, aber den anderen nicht egoistsich ausnutzen will? Ich in meinem Fall habe fair wie ich bin, die Fronten geklaert. Und dann einen netten Tag mit Fotografieren verbracht. Ausserdem stand noch der Australia Day an, Australias groesster Feiertag (viel Asutraliens groesste Events fuer mich also. Um auch mal ein bisschen geschichtliche Information in diese Eintrage zu bringen musste ich online recherchieren, warum dieser tag an diesem Datum ueberhaupt celebriert wird, weil kein Aussi mir das sagen konnte. Es ist so: Er erinnert an die Ankunft der First Fleet in Sydney Cove am 26. Januar 1788. So. Bitte schoen. MIt diesem Wissen werde ich jetzt so richtig angeben hier vor den Einheimischen). Den verbrachte ich aber glueckseelig arbeitent in meinem kleinen italienischen Cafe. Auf dem Rueckweg wurde ich dann noch von ein paar Mitte 40 jaehrigen Aussis angesprochen und als ich erzaehlte ich haette gearbeitet, liessen sie nicht davin ab, dass ich zumindest einen Drink mit ihnen trinken muesse. Das wollte ich dann auch tun, kam aber wegen meiner Milch und Aepfel nicht in den Laden rein. Sehr strikte Einlasskontrollen hier. Sonst wurde ich noch Zeugin meines heissetsen Tag meines Lebens. Letzten Samsatg war es so heiss, dass man es nicht mal im Schatten aushielt. In der Sonne fuehlte es sich an, als laege man in einer Pfanne und wuerde gebraten, kontinuierlich jedenfalls fuehlte es sich an, als ginge jemand mit einem Foen in der Hand stets neben einem, um einem damit ins Gesicht zu blasen. Aber auch jetzt noch fuehlt es sich an, als wuerde ich eigentlich in Sydneys oeffentlichen Sauna arbeiten, die sich als italienisches Cafe verkleidet hat. Nur wuerde ich in einer Sauna nicht in einem schwarzen Hemd mit hochgekrempelten Armen gehen und die ganze Zeit ganz schnell rumlaufen und Leute mit Cafe und Leckerein versorgen, sondern mich wohl eher apathisch in eine Ecke legen. Gestern war es doch tatsaechlich so heiss, dass der Asphalt so weich wurde, dass ein Motorrad was direkt neben dem Cafe stand umfiel, weil der Staender in die geschmolzende Strasse eingesunken war. So heiss ist es also. Ein sehr gelungenes Beispiel. Der Hitzehund aus Port Douglas ist also wieder da. Ich glaube ich gehe jetzt ins klimatisierte Nationalmuseum. Bis in die Innenstadt ist es jedoch ein weiter Weg. Und der Strand ist so nah. Ich werde ihn besiegen den Hitzehund. Wenigstens heute mal.
31.1.09 01:42
 


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