Startseite
  Über...
  Archiv
  Gästebuch
  Kontakt
  Abonnieren
 


http://myblog.de/recke-weg

Gratis bloggen bei
myblog.de





 
Woche 30: 8.3-13.3.09

Vorwort der Woche: Der absolute Hoehepunkt und auch absolut aergerlich. Ja ich weiss der erste Satz ist ausschlaggebend und ich sollte ihn deshalb nicht unbedingt fluchend beginnen, aber da verbringt man die letzten 30 ochen damit sich abzuhetzen regelmaessige Artikel ueber sein Dasein zu verfassen und da schafft man es dann kurz vor Toresschluss noch den vorletzten mit dem letzten Eintrag zusammenlegen zu muessen. Und jetzt habe ich wirklich eine ENtschuldigung, die mir nur mittlerweile wahrscheinlich keiner mehr glaubt. Wer Schuld ist? Natuerlich nicht ic, sondern die Westkueste. Beziehungsweise ihre spaerliche Infrastruktur. Es ist naemlich so, dass ich die letzten 2 Wochen nicht nur beinahe ausschliesslich im Funkloch verbracht habe, sondern auch in der ueberteuertsten Internetzone der ganzen Reise. 7 Dollar fuer eine Stunde Internet, in der ich aufgrund meiner 4 Fingertechnick (sehr schnell, aber viele Fehler) wahrscheinlich gerade mal bis zum Ort der Woche gekommen waere, waren mir ein letzter puenktlicher Blogeintrag dann doch leider nicht wert. Jetzt also ein Special: 2 fuer 1. Herzlichen Glueckwunsch.

Viech der Woche: Die Fliege. Und ich sage hier absichtlich nicht EINE Fliege. Kann sich mal einer bei mir melden und mir mitteilen, ob er oder sie in den letzten 11 Tagen eine Fliege gesehen hat? Ich habe naemlich das Gefuehl, dass durch einen ungluecklichen Zufall alle Fliegen aufeinmal an Australiens Westkueste sesshaft geworden sein muessen. Genauer genommen im Umkries von ca 500 Metern unsers Vans. Ausserdem sind es genmanipulierte FLiegen, denn sie muessen schlauer sein als die normale Stubenfliege, da die hier vorhandenen Fliegen a in dicken Schwaermen auftreten und B (viel bemerkenswerter) immer in nur einem Sekundenbruchteil da sind, wo ich und meine Mitreisenden auch sind. Da will man morgens mal kurz austreten, sagen wir mitten auf einer einsamen Wuestenstrasse auf der man gerade genaechtigt hat, hat gerade seinen barfuessigen Treter auf den Sand gesetzt und schon tun dies Biester das selbige, nur eben auf mich. Es ist einfach unertraeglich, das Geraeusch ist gegen das staenige Kribbeln auf der Haut wie Musik in meinen Ohren. Wenn es bei dem Kribbeln bliebe, ich bin sicher man gewoehnt sich an alles, aber diese Dinger sind auch noch unglaublich neugierig, oder Oeffnungsfetischisten. Wuerde man sie naemlich nicht enruestet abhalten, wuerden sie einem glatt in die Nase, die Ohren und bevorzugt in den Mund hineinmarschieren. Und hat bitte schon einmal jemand von einem Lebewesen gehoert, dass seinem Feind (und WEISS GOTT der bin ich) direkt in den Mund klettert? Ich nicht. Die Hitze scheint denen ja ordentlich auf den Grips geschlagen zu sein. Jedenfalls kann ich noch festhalten: Je weiter noerdlich von Perth man ist, desto mehr Fliegen. Es lohnt sich trotz nichts hoeren, nichts sagen, nichts sehen...wenn man auch nur drei Haende dafuer haette.

Investition der Woche: 2 x 85$ fuer 2 Chinese Hats. Tja was das ist wusste ich auch nicht, bis wir 2 davon geschrottet haben. Diese Gegenstaende hat man auf einem Luxuscampervan der 3.4m hoch und ungefaehr 6 m lang ist. Ein Chinese Hat hat die Funktion, diesen LKW von einem Van mit Frischluft zu versorgen, beziehungsweise den fast nie auftretenden Regen vom Eindringen in den solchen zu verhindern. Jedenfalls haben wir uns die einzigen beiden Chinese Hats vom Cach gesaebelt (wie passend), als wir auf dem einzigen Campingplatz den wir in der ganzen Zeit besuchten ein wenig Schatten unter einem sehr instabil aussehendem Strohdach suchten, dass uns aber heimtueckischer Weise direkt unsere Huetchen nahm. Es gab leider auch kein Schild welches uns an die Groesse unseres Ungetuems erinnert haette. Jaqui fuhr von Hitze und Fliegen geplagt ohne nachzudenken drunter, ich fuhr in Vorfreude auf den Pool und den kuehlen Weisswein ohne nachzudenken mit grossem Gepolter drunter weg. Macht 170 $ bitte. Schade das wir fuer alles ueber 200 $ versichert sind. Der Gedanke der dir da kommt, den hatten wir auch schon. Wir haben es gelassen und sind die restliche Zeit mit einer Decke anstatt eines Hutes gefahren. Ein tuerkischer Campervan sozusagen, anstatt eines asiatischen.

Beobachtung der Woche: Man wird ja zum Sparfuchs und zum Dieb wie ich einst beobachtete. Aber man stellt sich geizige Leute ja immer vergraemt und unter Umstaenden sogar mit Buckel, mit Sicherheit aber todungluecklich vor. Wir sind sehr glueckliche Sparfuechse. Und ich konnte beobachten, dass jeder gesparte Cent, oder aber auch jede 120 gesparte Dollar einen noch froher machen, als eine legal erworbene Eintrittskarte beispielsweise. Lasst es mich erklaeren. Sonntag spielte also eine meiner liebstenBands beim Womadelaide Festivals in Adelaide. Ich wollte unbedingt hin und war sogar bereit die 100 Dollar zu zahlen. Erst zumindest, beim laengern Ueberlegen dann doch nicht mehr. War aber eben auch nicht noetig, denn am Vortag war ich zum 100sten Mal im Zoo gewesen um meine Schwester zu begleiten. Durch den Hinterausgang gelangen wir doch tatsaechlich direkt aufs Festivalgealende. Dieses Wissen wuerde wohl jeder schamlos ausnutzen, also machten wir uns am naechsten tag alle Drei mit gepacktem Picknickkorb auf den Weg zum Zoo. Da wir um halb 5 erst da waren und der Zoo in einer halben Stunde schliessen wuerde, wollt die Dame uns erst nicht mehr reinlassen. Als sie aber erfuhr dass es unser letzter tag in Australien sei und wir noch nie einen Koala gesehen hatten kamen wir sogar umsonst rein. Ein kleines bisschen zu frueh gefreut ueber das umsonst zu besuchende Konzert. Der Hintereingang war versperrt, irgendjemand hatte das Tor zum Glueck verschlossen. Da wir uns den Spass nicht nehmen lassen wollten, kletterten wir kurz in unseren Kleidchen ueber den Zaun und waren schwups, nur von ein paar Rockern die sich tot lachten beobachtet, auf dem Festival Gelaende. Gaben wir den Veranstaltern auch kein Geld, so gaben wir The Cat Empire jedenfalls ordentlich Beifall. Und wenn man Geld fuer Tickets spart kann man auch mehr Geld fuer Drinks ausgeben. Das macht dann wieder jeden gluecklich. Besonders uns. Das ist also die Loesung. Wenn man Geld fuer etwas spart, macht das Ausgeben fuer etwas anderes noch viel mehr Spass und man ist doppelt gluecklich. Nachahmen nicht unbedingt empfohlen. (Irgendwie fuehle ich mich verpflichtet das noch zu schreiben.)

Ort der Woche: Die suedliche Westkueste von Perth. Weil A keine Fliegen und B unzaehlige Wineries die Weinproben anbieten, Kaese, Schokolade und Obstplantagen, die einen zu Free Tastings einladen und man so etwas wie Barhopping macht, nur eben mit Essen das man umsonst probieren kann. Der Wein ist ausgezeichet, die schweizer Schokolade unschlagbar, der Kaese ziemlich gut und die Fruechte wieder einmal saftiger denn je. Frucht der Woche ist ueberigens die Feige, da wir an einer sehr einsamen Strasse ein paar Feigenbaeume fanden und uns mit einer ordentlichen Ration fuer die Woche eindeckten-nicht ganz legal, aber das ueberliest man hier bitte, da man sonst wirlich langsam annimmt ich haette kriminelles Blut durch meine arischen Adern fliessen.

Erfahrung der Woche: Da hat man 3 Maedels mit Abitur in einem Van sitzen, die einfach zu dumm sind um aus Fehlern zu lernen. Der Fehler: Weil der Sprit anderswo etwas billiger ist wird erstmal nur ein bisschen getankt. So ein bisschen, dass man es kaum noch zum naechsten Ort schafft. So ein bisschen, dass man eine weltweit einzigartige Sehenswuerdigkeit, die 15km neben der Strasse liegt, unbeachtet hinter sich lassen muss, weil man sonst den naechsten Ort nicht mehr rollend erreichen wird. Man schafft es also so gerade zur Tankstellte und tankt vorsichtshalbter nur ein bisschen. So ein bisschen, dass es noch knapper wird als beim ersten Mal und man neben der in der Daemmerung am Strassenrand lauernden Vielzahl von Kaengurus, Fuechsen, Ziegen, Kuehen und Springmaeusen eben auch noch panisch auf das kleine gelbe Laempchen starren muss, das einem irgendwie hoenisch in die Augen zu blenden scheint. Eine nicht so schoene Erfarhung, die sich seit dem gluecklicherweise nicht wiederholt hat. Trozdem bemerkenswert. Na ja, es war Freitag der 13. und wir haben es geschafft. Immerhion haben wir die UNgluecktheorie widerlegt.

Rest der Woche: Es war eine schoene erste Woche. Endlich wieder im Van, endlich wieder jede moegliche Mahlzeit am Meer einnehmen und bei seinem Rauschen einzuschlafen. Ich liebe es. Jetzt haben wir auch noch die Luxusvariante von einem Van. Da ein Van fuer 4 nur insgesamt 40 Dollar teurer war als einer fuer 3 haben wir den Groesseren genommen. 3 Maedels brauchen schliesslich Platz. Und scheinbar einen Kuehlschrank (stets voll, meist mit Obst und Schokolade), eine Mikrowelle, Toaster, Wasserkocher, Herd und allem Pipapo. Es ist schon nochmal was anderes wenn man sowas alles hat, notwendig ist es nicht, praktisch aber schon. Unpraktisch nur, dass wir nur wild campten und fuer den ganzen Klimmbimm nie Strom hatten. Der Kuehlschrank war das Wichtigste und lief ueber die Batterie. Alles gut also. In dem kleinen EInfamilienhaus ging es dann also erst runter in den sueden von Perth bis nach Margaret River und dann hoch bis Cervantes, wo wir im nambung National Park die weltweit einzigen Pinnicals ansahen. Eine biszarre, gelbe Wueste voller bis zu 4 Meter hoher Kalksteinnadeln, die in den Himmel stechen. Ich kann ueberigens mit Stolz berichten, dass wir fuer die wegen Spritmangels verfehlte Sehenswuerdigkeit auf dem Rueckweg noch nachholten. Es handelt sich dabei um Stromalotiten. Bakterien von vor 3 Millionen (oder waren es Billionen) Jahren. Und sowas guckt man sich in deinem Urlaub an. Weil es eben einzigartig ist. Von der Menge der daran teilhabenden Fliegen mal ganz zu schweigen.

18.3.09 13:19
 


Werbung


bisher 0 Kommentar(e)     TrackBack-URL

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)



 Smileys einfügen



Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung